Lief man am späten Dienstagabend über den belebten Innenhof des Kulturhauses Caserne und näherte sich dem Atrium, hörte man eine rauchige Stimme singen, die von rauen Rhythmen begleitet wurde. Bis vor die Tür standen die Besucher und versuchten, einen Blick auf die Louisville Boopers zu erhaschen. Die Band gehört zu den Musikgruppen, die bereits seit mehreren Jahren bei der „Langen Nacht der Musik“ in Friedrichshafen auftreten und es verstehen, das Publikum zu begeistern.

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Programm soll alle Generationen ansprechen

Die Veranstaltung wurde dieses Jahr zum zehnten Mal von den Master-Studenten der Zeppelin-Universität organisiert. Auf dem Festivalgelände rund um das Kulturhaus Caserne ließen regionale und internationale Bands das Herz der Besucher zwölf Stunden lang höher schlagen. Wie Andrea Braun, eine der elf Hauptorganisatoren der Musiknacht, erklärte, sei das Ziel der Veranstaltung, den Dialog zwischen Häflern und Studenten zu fördern. Mit dem vielseitigen Programm wolle man unterschiedliche Generationen zusammenbringen.

Lieselotte Burmann beim Auftritt des Duos LYSY.
Lieselotte Burmann beim Auftritt des Duos LYSY. | Bild: Cesaro-Tadic

Syrischer Kulturverein zeigt traditionelle Tänze

Dass die Veranstaltung der musikalischen Diversität gewidmet ist, wurde auch bei einem Blick auf das diesjährige Programm deutlich: unterschiedliche Genres von Klassik über Jazz und Soul bis hin zu Elektro waren dort vertreten. Vielfalt zu vermitteln, das ist auch das Ziel des syrischen Kulturvereins, der bereits seit vielen Jahren bei der Langen Nacht der Musik und beim Seekult-Festival dabei ist. Der Vorsitzende des Vereins, Abdullah Sayed, betonte, die syrische Männertanzgruppe trete regelmäßig auf, um die Tanzkultur aufrecht zu erhalten und in der deutschen Gesellschaft sichtbar zu machen. Neben dem kulturellen Programm bietet der Verein bei seinen Auftritten auch arabische Spezialitäten zum Verkosten an.

Die Männertanzgruppe des Syrischen Kulturvereins tanzt im Innehof des Kulturhauses Caserne.
Die Männertanzgruppe des Syrischen Kulturvereins tanzt im Innehof des Kulturhauses Caserne. | Bild: Ciara Cesaro-Tadic

Ten Years After: Bandmitglieder waren auch beim Woodstock-Festival dabei

Besonderer Höhepunkt der diesjährigen Musiknacht war der Auftritt der britischen Bluesrocker von der Band Ten Years After. Ein Teil der Bandmitglieder tourte parallel zu den Beatles und spielten unter anderem 1969 beim Woodstock-Festival. Andrea Braun erklärte, wie es dazu kam, dass die Band bei der Häfler Musiknacht spielte: „Zwei von uns Hauptorganisationen haben die Band nach einem Konzert an der Bar angesprochen. Die Künstler haben sofort zugesagt und uns den Kontakt zu ihrem Agenten hergestellt.“

Viele Besucher wollten sich den Auftritt der britischen Band Ten Years After nicht entgehen lassen.
Viele Besucher wollten sich den Auftritt der britischen Band Ten Years After nicht entgehen lassen. | Bild: Ciara Cesaro-Tadic

Besucher feiern ausgelassen in den Mai hinein

Der große Andrang zeigte, dass viele Besucher dem Auftritt der britischen Bluesrocker bei der Langen Nacht der Musik entgegengefiebert hatten. Doch auch nach diesem Höhepunkt lohnte es sich, zu bleiben: Unter anderem präsentierte Thomas Lutz, einer der Initiatoren der Musiknacht, mit Sängerin Chris Kodalik aktuelle Titel aus Pop, Rock, Soul und Jazz.

Thomas Lutz und Chris Kodalik bei ihrem Auftritt im Kulturhaus Caserne.
Thomas Lutz und Chris Kodalik bei ihrem Auftritt im Kulturhaus Caserne. | Bild: Ciara Cesaro-Tadic

Zu etwas späterer Stunde konnte man die Lichtinstallation im Innenhof des Kulturhauses Caserne bestaunen oder zu den Elektrobeats der DJs in den ersten Mai hineintanzen.

Zu späterer Stunde konnten die Besucher die Lichtinstallation am Kulturhaus Caserne bewundern.
Zu späterer Stunde konnten die Besucher die Lichtinstallation am Kulturhaus Caserne bewundern. | Bild: Ciara Cesaro-Tadic