Seit Montag arbeiten bereits ZF-Entwickler und Monteure in dem neuen Bau an der Äußeren Ailinger Straße, am Mittwoch wurde das Prüfzentrum nun feierlich eröffnet. ZF-Vorstandsvorsitzender Wolf-Henning Scheider, Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand und der Leiter der zentralen Forschung und Entwicklung von ZF, Dirk Walliser, gaben gemeinsam den symbolischen Startschuss.

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ZF-Chef Wolf-Henning Scheider machte in seiner Rede deutlich, wie wichtig der Standort Friedrichshafen für die Zukunft des Unternehmens sei. "Hier sitzen unsere Experten für Forschung und Entwicklung und hier wollen wir die Entwicklung hin zu neuen Mobilitätskonzepten entwickeln", sagte Scheider. Wie schon beim Jahresempfang machte sich Scheider für einen "Volkshybrid" stark, der eine gute Lösung auf dem Weg hin zu neuen Mobilitätskonzepten sei.

Der ZF-Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider bei einem Rundgang durch das Prüfzentrum.
Der ZF-Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider bei einem Rundgang durch das Prüfzentrum. | Bild: Mommsen, Kerstin

Im Prüfzentrum, das in den letzten drei Jahren entstand, sind weitere Prüfstände entstanden, auf denen elektrische, hybridisierte und verbrennungsmotorische Antriebe geprüft werden können. Batteriesimulatoren versorgen Elektro- und Hybridantriebe mit der nötigen Energie. Damit kann in den Prüfboxen die gesamte Energiezufuhr für ein Fahrzeug simuliert werden – gleich aus welcher Energiequelle.

Die Prüfstände sind mit modernster Technik ausgestattet, so dass sich rein elektrische, hybridisierte und verbrennungsmotorische Antriebe simulieren lassen.
Die Prüfstände sind mit modernster Technik ausgestattet, so dass sich rein elektrische, hybridisierte und verbrennungsmotorische Antriebe simulieren lassen. | Bild: Felix Kästle

"Wenn nicht gerade Fasnacht wäre, wäre dieser Tag für mich wie Weihnachten", freute sich Dirk Walliser, Leiter der zentralen Forschung und Entwicklung bei ZF. Denn nun können auch die Dauerlauferprobung von Antriebstechnologien getestet werden. „Hier können wir den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugantriebs in nur drei Monaten simulieren“, erklärte er dem Publikum.

Die Prüfstände sind mit modernster Technik ausgestattet, so dass sich rein elektrische, hybridisierte und verbrennungsmotorische Antriebe simulieren lassen.
Die Prüfstände sind mit modernster Technik ausgestattet, so dass sich rein elektrische, hybridisierte und verbrennungsmotorische Antriebe simulieren lassen. | Bild: Mommsen, Kerstin

Walliser verwies zudem auf das Testfeld für automatisiertes Fahren, das ZF gemeinsam mit der Stadt Friedrichshafen und dem Institut für Weiterbildung, Wissens- und Technologietransfer der DHBW Ravensburg (IWT) initiiert hat: „Das ist ein unschätzbarer Vorteil, um unsere Testverfahren zu optimieren.“

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Auf den vier Stockwerken des neuen Gebäudes arbeiten künftig zwischen 110 und 150 Mitarbeiter. Im Erdgeschoss sind die Prüfstände untergebracht, in den Obergeschossen Montagehallen. Die Abgase, die bei den Testläufen entstehen, werden zunächst gefiltert und danach über einen 32 Meter hohen Sammelkamin abgelassen.

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Während der Eröffnungsfeier gab ZF-Chef Wolf-Henning Scheider bekannt, dass direkt neben dem Prüfzentrum ein neues Bürogebäude errichtet werden soll, um zusätzliche Arbeitsplätze für das Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) zu schaffen. Nach Angaben des Unternehmens befindet sich das Bauprojekt in der Planungs- und Genehmigungsphase, ZF will hier erneut einen zweistelligen Millionenbetrag investieren.

Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand betonte, welche Bedeutung ZF für die Region und die Stadt habe: "Wir freuen uns darüber, dass ZF nun mit dem neuen Prüfzentrum loslegen und aufs Gaspedal drücken kann."

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Daten und Fakten

  • Bauzeit: Januar 2016 bis Dezember 2018
  • Investitionssumme: 70 Millionen Euro
  • Grundfläche Erdgeschoss bis 3. Obergeschoss: Rund 5500 Quadratmeter pro Geschoss
  • Umbauter Raum: Rund 130 000 Quadratmeter
  • Gebäudehöhe: 18,50 Meter plus Technikzentrale
  • Kaminhöhe: Rund 32 Meter
  • Prüfstände im Erdgeschoss: 1. Ausbaustufe: 18 Prüfstände, 2. Ausbaustufe: 11 Prüfstände
  • Betoneinsatz: Rund 15000 Kubikmeter
  • Baustahleinsatz: Rund 3500 Tonnen