Die Ära von Stefan Sommer an der Spitze der ZF ist zu Ende. Wochenlang beharkten sich der Manager, die kommunalen Eignern des Autozulieferers und Aufsichtsräte. Dabei wurde durchgesteckt und nachgetreten, wie noch nie in der über 100-Jährigen Geschichte des Konzerns. Warum, fragt man sich? ZF steht gut da. Der alte Getriebebauer ist auf gutem Weg, sein Geschäftsmodell in die neue Zeit des autonomen Fahrens und der E-Mobilität hinüberzuretten. Nicht zuletzt ist das Sommers Verdienst.

Bei aller strategischen Schläue hat er allerdings nie wirklich verstanden, auf die Befindlichkeiten vor Ort einzugehen. Man kann auf kommunale Belange nicht pfeifen, wenn der eigene Chef de facto die Kommune – Friedrichshafen – ist. Ihr gehört die ZF nämlich. Einen Weltkonzern zu schaffen, schürt Ängste in seinem logischerweise unwichtiger werdenden Zentrum. Dass Sommer auf diese Ängste nie ernsthaft eingegangen ist, hat ihn letztendlich den Job gekostet. Der kühle Stratege hat das schlicht nicht bedacht.