Sobald die Bundesstraße 31 nicht mehr durch Fischbach führt, sondern mit Fertigstellung des neuen Abschnitts voraussichtlich im kommenden Jahr drum herum, werden erheblich weniger Fahrzeuge auf der alten Strecke unterwegs sein. Daraus ergibt sich die Chance, die Meersburger- und Zeppelinstraße ganz neu zu gestalten.

Erste Ideen hat das Stadtplanungsamt hierzu schon entwickelt. Tobias Lovrencic stellte diese der Fischbacher Runde vor. Weiter entwickelt werden sollen sie in einem Workshop-Verfahren mit ausgiebiger Bürgerbeteiligung. Das Verfahren soll analog zu dem bereits abgeschlossenen zum Quartier Eisenbahnstraße erfolgen. Zum Auftakt soll es im zweiten Quartal dieses Jahres eine Informationsveranstaltung geben.

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14 000 Fahrzeuge weniger pro Tag

Die Meersburger- und Zeppelinstraße in Fischbach seien die Straßen, die in Friedrichshafen als erstes vom Neubau der B 31 betroffen sein werden, schickte Lovrencic seinem Vortrag voraus. Nach Schätzungen von Fachleuten werde sich die Zahl der Fahrzeuge, die täglich auf der jetzigen Bundesstraße durch Fischbach fahren, durch die Verlagerung des Durchgangsverkehrs von derzeit 26 000 auf etwa 12 000 reduzieren. Weil die Durchfahrt im Fall von Störungen auf der neuen Trasse weiterhin als Umleitungsstrecke geeignet sein müsse, könne man den Straßenquerschnitt jedoch nicht beliebig verengen, schränkte Lovrencic ein: "Zwei große Lastwagen müssen auch in Zukunft noch aneinander vorbei fahren können."

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Vier Kreisverkehre angedacht

Mit der Neugestaltung wolle man die Straße gestalterisch aufwerten und auch verhindern, dass sie vom Fernverkehr als Abkürzung genutzt wird. Dazu soll sie Lovrencic zufolge weniger attraktiv für den Durchgangsverkehr gemacht werden. Zudem sei es Ziel der Umgestaltung, bessere Querverbindungen zwischen der nördlichen und der südlichen Seite der Straße zu schaffen und so ihren trennenden Charakter zumindest zu entschärfen. Dabei sollen mehrere Kreisverkehre helfen. Insgesamt vier davon hat das Stadtplanungsamt in der Ortsdurchfahrt angedacht. Fußgängern und Fahrradfahrern soll ein größerer Anteil am Verkehrsraum zur Verfügung stehen, dem Auto- und Lastwagenverkehr ein geringerer.

An der Einmündung der Spaltensteiner Straße beim Friedhof ist ebenfalls ein Kreisverkehrsplatz angedacht.
An der Einmündung der Spaltensteiner Straße beim Friedhof ist ebenfalls ein Kreisverkehrsplatz angedacht. | Bild: Gisela Keller
Rechts geht es beim Hotel Maier in die Poststraße, links zum See. Auch hier könnte die Querverbindung in Form eines Kreisverkehrs gestaltet werden.
Rechts geht es beim Hotel Maier in die Poststraße, links zum See. Auch hier könnte die Querverbindung in Form eines Kreisverkehrs gestaltet werden. | Bild: Gisela Keller

Ob ein generelles Tempolimit von 30 Stundenkilometern geplant ist, wollte ein Zuhörer wissen. Das sei – auch rechtlich – noch zu klären, antwortete Lovrencic. Er nahm außerdem die Anregung eines weiteren Teilnehmers der Runde zur Kenntnis. Dieser schlug vor, die Tonnage für durchfahrende Lastwagen zu beschränken.

Zukunft am Straßenrand soll mit einbezogen werden

Bei der Neugestaltung von Meersburger- und Zeppelinstraße soll auch die bauliche Entwicklung entlang der Ortsdurchfahrt in die Planungen mit einbezogen werden. Schon in den vergangenen Jahren ist die Bebauung vor allem an der Nordseite der Straße zunehmend höher, voluminöser und dichter geworden. Welche Entwicklung auf der Südseite gewünscht wird, soll ebenfalls untersucht und definiert werden. An mehreren Zeitpunkten im geplanten Workshop-Verfahren sollen Bürger nach ihren Anregungen gefragt werden und mitdiskutieren können.