Nach der Gemeinderatssitzung am Montag sind nun alle Voraussetzungen dafür geschaffen, den Bebauungsplan "Allmannsweiler Südost" umzusetzen. Die Ratsmitglieder hatten in nichtöffentilcher Sitzung schon am 14. Mai beschlossen, diverse städtische Grundstücke an die Städtische Wohnbaugesellschaft (SWG) zu verkaufen. Insgesamt handelt es sich um eine Fläche von 8044 Quadratmetern, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Oberbürgermeister Andreas Brand verkündete diesen Beschluss zu Beginn der Ratssitzung.

Auf dem Gelände rund um die Eintrachtstraße sollen in den nächsten Jahren rund 120 neue Wohnungen entstehen, dreißig Prozent davon (36 Wohnungen) müssen als sozialer Wohnraum realisiert werden, heißt es in der Sitzungsvorlage. Vier Wohnhäuser, die dei SWG dort bereits besitzt, sind marode und sollen abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden.

Wie das Quartier künftig aussehen soll, wurde in einem Workshopverfahren zusammen mit dem Allmannsweiler Bürgerforum entwickelt. Am markantesten ist ein langer Gebäuderiegel parallel zur Messestraße, der für das Wohngebiet eine Lärmschutzfunktion hat und deshalb auch zuerst gebaut werden soll. Ansonsten sind zwei- bis dreigeschossige Mehrfamilienhäuser in offener Bauweise und mit Tiefgaragen vorgesehen. Die Hälfte des Areals bleibt für Grün- und Verkehrsflächen übrig. Der heutige Kinderspielplatz soll bleiben und bekommt eine Ecke des heutigen Bolzplatzes zugeschlagen, der für den Neubau verlegt werden muss. Das obere Teilstück an der Neulandstraße soll ein Quartiersplatz werden, an dem der Neubau des Gemeinschaftshauses seinen Standort findet – wohl allerdings erst dann, wenn das Grundstück, auf dem die "Brennessel" heute steht, überbaut werden soll. Deutlich anders wird die Verkehrsführung in der Siedlung: Die Eintrachtstraße wird verlegt, um Fläche für die Neubauten zu schaffen.

Auf diesem Gelände sollen die neuen 120 Wohnungen entstehen. Quelle: Stadt Friedrichshafen/Grafik: Steller
Auf diesem Gelände sollen die neuen 120 Wohnungen entstehen. Quelle: Stadt Friedrichshafen/Grafik: Steller | Bild: Südkurier

Wann mit dem Abriss der ersten Gebäude zu rechnen ist, ist noch unklar. Das Gebäude Eintrachtstraße 18 sei aber mittlerweile geräumt, berichtet Udo Piram vom Allmannsweiler Bürgerforum. Er geht davon aus, dass nach der Sommerpause die ersten Abrissarbeiten starten werden. Im Herbst sorgte eine Verfügung der Stadt für Aufruhr, weil entgegen der Abmachungen mit dem Allmannsweiler Bürgerforum fünf Familien aus dem Haus Eintrachtstraße 18 zum Auszug aufgefordert wurden – obwohl immer zugesichert worden war, dass die Bewohner auch künftig in Allmannsweiler wohnen bleiben könnten. Die Stadt betonte damals, diese Umsiedelung eine Verbesserung der Wohnsituation der Familien bedeute.

Vor dem Bau der neuen Häuser müssen allerdings zunächst Straßen- und Kanalisationsarbeiten durchgeführt werden, die von der Stadt übernommen werden. Für diese Maßnahmen wurden bereits Planungsmittel im Haushalt 2018 eingestellt. Erst danach kann der Baustart erfolgen.