Rund 1000 Kommunen hat Baden-Württemberg – und jede soll bis zum „Tag des Baumes„ am 25. April nächsten Jahres 1000 Bäume pflanzen. An dieser landesweiten Aktion des Gemeindetages beteiligt sich auch die Stadt Friedrichshafen, hat der Bauausschuss des Gemeinderats vergangene Woche einstimmig beschlossen. Doch so einhellig war die Zustimmung dann doch nicht. Denn 900 der Bäume sollen am Rand des Häfler Stadtwaldes gepflanzt werden, schlug die Verwaltung vor. Nur 100 Jungbäume sind fürs Stadtgebiet vorgesehen, davon etwa ein Drittel als Bürgerbäume.

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Bäume in den Wald setzen sei wie Eulen nach Athen tragen, so der Tenor im Ausschuss. Besser sei es doch, den Baumbestand in der Stadt zu verdichten, meinte Ulrich Heliosch (Grüne). Sie könne sofort zehn Stellen nennen, wo man ohne großen Aufwand Asphaltwüsten wie diverse Parkplätze in der Stadt begrünen könne, meinte Fraktionskollegin Regine Ankermann. Nur 100 Bäume fürs Stadtgebiet? „Da geht mehr.“ Wenigstens 100 Extrabäume sollten in die Stadt, erklärte auch Simon Wolpold (Netzwerk). 1000 Setzlinge für eine Klimaschutzaktion und dann einen gewachsenen Wald im Seewald abholzen zu wollen sei nicht mehr als ein grünes Mäntelchen und „an Heuchelei nicht zu ertragen“, schimpfte Philipp Fuhrmann vom Netzwerk.

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Allerdings hatte Tillmann Stottele eingangs der Diskussion unumwunden zugegeben, dass es eine „symbolische Aktion“ sei. 1000 Bäume mehr als heute seien klimatechnisch praktisch nichts für Friedrichshafen. Aber Anfang 2020 wolle die Stadt ihr Klimaanpassungskonzept vorstellen, „und da reden wir von ganz anderen Dimensionen“, sagte der Abteilungsleiter für Umwelt im Rathaus.

Inhaltlich sei man gar nicht auseinander, schlichtete Baubürgermeister Stefan Köhler. Auch das Rathaus wolle „mehr Grün in der Stadt“. Nur sei die schnelle Pflanzung von 1000 Bäumen für die Klimaschutzaktion nur auf diese Art und Weise möglich. Das fand dann Zustimmung. Als Symbol sei die Aktion in Ordnung, so Ulrich Heliosch. „Aber wir wollen da viel ambitionierter an die Sache ran.“