"Die Polizei ist selbstverständlich auch beim Seehasenfest 2017 im Einsatz. Aufgrund der derzeitigen Sicherheitslage in Deutschland und Europa, die nach wie vor von einer hohen abstrakten Gefährdung durch den islamistischen Terrorismus geprägt ist, werden die Sicherheitsbehörden insbesondere auf Großveranstaltungen ein besonderes Augenmerk richten", erklärt Polizeisprecher Fritz Bezikofer. Das Polizeirevier Friedrichshafen habe sich in enger Abstimmung mit der Stadt intensiv auf das Seehasenfest vorbereitet und die aktuelle Gefährdungslage überprüft. "Es liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, aus denen sich eine konkrete Gefährdung ableiten lässt", sagt Bezikofer. Das Sicherheitskonzept beinhalte individuell abgestimmte Maßnahmen. "Wir waren bestrebt, dies so zu gestalten, dass der ursprüngliche Charakter des Seehasenfestes nicht über Gebühr beeinträchtigt wird. Ungeachtet dessen haben wir sichtbare und nicht sichtbare Sicherheitsmaßnahmen getroffen", ergänzt der Polizeisprecher. Zu den nicht sichtbaren Sicherheitsmaßnahmen gehört zum Beispiel, dass Polizisten in zivil auf Kontrollgängen unterwegs sind. "Wir werden wie in den vergangenen Jahren auch unter anderem mit gezielter Präsenz auf dem Festgelände anwesend sein", berichtet Bezikofer. Zudem werden speziell geschulte Beamte im Bereich Jugendschutz eingesetzt, die sich insbesondere um die Thematik Alkoholkonsum durch Kinder und Jugendliche kümmern.

Die Friedrichshafener Wasserschutzpolizei kümmert sich mit Unterstützung der Überlinger Kollegen sowie mit vom Polizeipräsidium Einsatz Göppingen entsandten Kräften um alle Veranstaltungen auf dem Wasser. "Der Hauptschwerpunkt ist das Feuerwerk", erklärt Christoph Mandalka, Leiter der Friedrichshafener Wapo. Beispielsweise werde um den Feuerwerkstandort "in alle vier Himmelsrichtungen eine Schutzzone von rund 250 Metern" eingerichtet, Sperrbojen positioniert und die Schutzzone überwacht. "Das Feuerwerk wird erst freigegeben, wenn die Schutzzone frei ist", stellt Mandalka klar. Erfahrungsgemäß sind am Seehasensamstag wegen des Feuerwerks auf dem See hunderte Boote mit Schaulustigen. Außerdem kümmern sich Wapo-Kräfte in Zusammenarbeit mit der DLRG darum, dass Programmpunkte wie etwa die lustige Regatta oder der Duathlon wie üblich ablaufen können.

"Das Sicherheitskonzept beinhaltet individuell abgestimmte Maßnahmen. Es werden verschiedene Szenarien angedacht, die jedoch nicht öffentlich thematisiert werden. Es ist vorgesehen, Barrieren gegen Autos oder Lastwagen aufzustellen. Die Anzahl und die Lage wird von uns nicht öffentlich kommuniziert. Dafür bitten wir um Verständnis", erklärt die städtische Pressesprecherin Andrea Kreuzer. Das Wetter sei eine der größten „Unbekannten“. Kreuzer: "Hierzu gibt es ebenfalls konkrete Planungen, welche Maßnahmen bei bestimmten Unwetterlagen ergriffen werden. Auch diese sind im Sicherheitskonzept berücksichtigt."

Die Festbesucher sollen laut Kreuzer ein schönes und ruhiges Seehasenfest erleben. Sie sollen sich normal und unaufgeregt auf dem Fest bewegen und feiern können. "Offensichtliche Auffälligkeiten, die beispielsweise von Besuchern wahrgenommen werden, sollen der Polizei sofort gemeldet werden. In einem solchen Fall müssen die Besucher unbedingt den Anweisungen der Polizei folgen", legt Kreuzer dar. Sie ergänzt: "Wie für das Seehasenfest gibt es auch für das Kulturufer ein Sicherheitskonzept, das zwischen Stadtverwaltung, Polizei und Feuerwehr abgestimmt ist."

Von der freiwilligen Feuerwehr sind nach Auskunft des stellvertretenden Stadtbrandmeisters Werner Späth rund 150 Kräfte während der Festtage im Einsatz, zum Beispiel für Brandwachen oder Feuerwerk. Außerdem ist die Feuerwehr im Schichtbetrieb in der Einsatzzentrale.

"Das Thema Sicherheit wird sehr sorgfältig und mit Augenmaß behandelt", sagt Hermann Dollak, Präsident des Seehasenfestpräsidiums. "Vor allen Dingen die Polizei, das Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt, Feuerwehr und Sanitätsdienste stellen sicher, dass es ein gelungenes Seehasenfest wird. Die Vorkehrungen sind von langer Hand vorbereitet, überdacht und mit allen Beteiligten besprochen worden. Die Einsatzzentrale hat sich bewährt, die Leute können mit sicherem Gefühl das Seehasenfest besuchen", ergänzt Dollak. Und: "Das sehe ich auch als Schulleiter so", sagt Dollak, er ist Schulleiter des Graf-Zeppelin-Gymnasiums.

 

Einsatzzentrale

Während des Seehasenfestes ist eine Einsatzzentrale im Bereich Karlstraße/Antonius-Eck eingerichtet. Hinweise und Mitteilungen können über die Rufnummer des Polizeireviers Friedrichshafen, Telefon 0 75 41/70 10, gemeldet werden. Es gelten die bekannten Notrufnummern, Polizei: 110; Feuerwehr und Rettungsdienste: 112. Notrufe, die mit dem Seehasenfest zusammenhängen, werden direkt an die Einsatzzentrale beim Festgelände geleitet. Bei der Einsatzzentrale sowie beim Vergnügungspark am Hinteren Hafen sind Sanitätsdienste eingerichtet.