Die Erstklässlerin Lilli-Marie Rück, sechs Jahre, Fischbach erzählt über ihren Start ins Schulleben: "Nächste Woche werde ich eingeschult. In die 1 b. Meinen Schulranzen hab ich schon gepackt. Ich hab mir einen grünen Rucksack mit bunten Blumen und Tierstickern ausgesucht. Wenn mir die Tiere mal nicht mehr gefallen, kann ich sie abmachen und andere Sticker drauf kleben. Aber ich liebe Tiere und will auch mal Tierärztin werden. Worauf ich mich in der Schule am meisten freue? Ich lerne lesen und schreiben und rechnen. Meinen Namen und den von Bella, meine kleine Schwester, kann ich schon schreiben und lesen. Mamas und Papas Namen auch. Aber ich will alles lesen und schreiben können. Die Zahlen kenne ich schon ein bisschen, denn ich telefoniere so gern. Dann tippe ich die Zahlen aus Mamas Telefonbuch ab und rufe Oma und Opa alleine an.

Meinen Schulweg kenne ich schon, denn die Fischbacher Grundschule liegt neben meinem alten Kindergarten. Wir Kinder treffen uns morgens auf dem Spielplatz im Muntenried und laufen zusammen. Da sind auch Zweitklässler dabei, die helfen, uns Erstklässlern dann. Ich komme mit vielen Freunden aus dem Kindergarten in die Schule. Als wir noch Bären waren, also im letzten Kindergartenjahr, waren wir schon zu Besuch in der Schule. Dort haben wir gespielt und einen Dackel gebastelt, das war toll. Die Lehrerin war so nett. Ich bin echt gespannt auf meine Lehrerin.

Meine Schultüte? Sie ist blau mit Delfinen und einer Meerjungfrau drauf. Eigentlich wollte ich Mamas alte Schultüte haben, die stand im Keller. Aber dann hab ich gesehen, dass da Autos drauf sind. Und das mag ich nicht. Wir haben nochmal eine andere gekauft. Was drin steckt? Das darf ich doch noch gar nicht wissen. Aber eines weiß ich schon, da ist ein rosa Kuschelhund drin, den hab ich auf dem Seehasenfest gesehen. Mama findet ihn kitschig, aber ich finde ihn wunderschön."

Vorbereitung auf das Abitur

Die Oberstufenschülerin Sophie Zwick erzählt: "Ich komme dieses Schuljahr in die Kursstufe 1, also die elfte Klasse. Die Kursstufe ist noch einmal was ganz anderes als die vorherigen Klassen. Denn jetzt geht es um das Abi. Vorbereitet habe ich mich noch nicht. Manche meiner Freunde haben schon angefangen den Stoff aus der zehnten Klasse zu wiederholen. Ich habe bis jetzt nur meine Ordner aussortiert und einen neuen Block gekauft, das war es. Seit zehn Jahren gehe ich nun zur Schule, da erscheinen einem die zwei Jahre zum Abitur eher kurz. Statt in sein Klassenzimmer zu gehen und den neuen Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin kennenzulernen, geht es für uns in diesem Jahr in die große Aula, wo wir dann alle unseren eigenen Stundenplan bekommen.

Oberstufenschülerin am Karl-Maybach-Gymnasium: Sophie Zwick, 17 Jahre aus Friedrichshafen. <em>Bild: Pensri Boonkum- Zwick</em>
Oberstufenschülerin am Karl-Maybach-Gymnasium: Sophie Zwick, 17 Jahre aus Friedrichshafen. Bild: Pensri Boonkum- Zwick | Bild: Pensri Boonkum- Zwick

Ab jetzt gibt es keine Klassen mehr. Das finde ich komisch, denn seit Jahren sitzt man mit den gleichen Leuten im Zimmer, geht auf Fahrten und versucht die Klassengemeinschaft zu stärken. Jetzt ist das alles vorbei. Schade eigentlich. Gleichzeitig bin ich schon auch voll aufgeregt. Jetzt lerne ich neue Leute kennen, Leute aus den Parallelklassen und auch welche vom Graf-Zeppelin-Gymnasium. Die alten Klassenkameraden werde ich bestimmt schon in irgendwelchen Kursen wieder treffen, aber wir werden nicht mehr in der gleichen Konstellation im Unterricht sitzen. Manche haben auch auf berufliche Gymnasien gewechselt, die haben also noch drei Jahre Schule. Auf was ich mich freue, sind die Kurse. Jeder hat in der zehnten Klasse schon seine Kurse für die kommenden Jahre gewählt. Ich freue mich schon auf die Schule, weil ich es gar nicht abwarten kann, nur noch tolle Fächer zu haben, besonders die Wahlfächer. Die gibt es erst seit diesem Jahr. Ich habe Literatur und Theater gewählt und kann es kaum erwarten mit meinen Freunden Theater zu spielen. Das wird so genial.

Nach sechs Wochen Ferien bin ich jetzt bereit, alle meine Freunde wiederzusehen. Am letzten Schultag sagen alle: 'Oh, wir sollten uns unbedingt in den Ferien treffen'. Am Ende schafft man es nie so richtig, weil jeder zu verschiedenen Zeiten weg ist und es keinen Tag gibt, an dem alle Zeit haben sich zu treffen. Da hat man es in der Schule leichter, da sind alle auf einem Fleck und sind an den Wochenenden meist zu Hause.

Für die Kursstufe 1 wünsche ich mir viel Spaß am Unterricht und natürlich gute Noten. Ich freue mich darauf, ein neues Schuljahr zu beginnen, eines das ganz anders ist, als alle vorherigen. Die Zeit bis zum Abi möchte ich genießen. Wer weiß, was danach auf uns wartet."

Entspannt ins letzte Jahr

Für Lehrer Herbert Buhmann (63) aus Eriskirch startet am Montag sein letztes Schuljahr: "Der erste Tag des letzten Schuljahres hat für mich eigentlich schon im Juni, mit der Wahl der Kurse für die Oberstufe, stattgefunden. Seit 2002 bin Oberstufen-Berater am Karl-Maybach-Gymnasium und somit für die Organisation der Kursstufe zuständig. Die Kooperation mit dem Graf-Zeppelin-Gymnasium macht die Planung aufwendig, ist aber ein gute Sache für unsere Schüler, weil somit das Kursangebot deutlich vielfältiger wird.

Gymnasiallehrer Herbert Buhmann bei der Planung der Stundenpläne. Der 63-Jährige tritt am Karl-Maybach-Gymnasium sein letztes Schuljahr an. <em>Bild: Jeanne Lutz</em>
Gymnasiallehrer Herbert Buhmann bei der Planung der Stundenpläne. Der 63-Jährige tritt am Karl-Maybach-Gymnasium sein letztes Schuljahr an. Bild: Jeanne Lutz | Bild: Jeanne Lutz

In der letzten Ferienwoche beginnt dann für mich und das Stundenplanteam der Start ins neue Schuljahr. In diesen Tagen machen wir noch die Feinarbeiten an den Stundenplänen, damit, wenn die Schüler kommen, alles organisiert ist. Am offiziell ersten Tag nach den Ferien ist bei mir alles sehr eng getaktet. In der ersten Stunde bespreche ich mit der Kursstufe eins, also den Elftklässern, den Ablauf der Oberstufe. Danach findet die offizielle Begrüßung der gesamten Schülerschaft und des Kollegiums durch die Schulleitung statt. In der dritten Stunde bin ich in der Kursstufe zwei, also den Schülern, die in diesem Jahr ihren Abschluss machen. Da werden noch einmal Fragen zum Abitur sowie die Wahl des vierten Prüfungsfaches geklärt.

Ja und ab der vierten bis zur sechsten Stunde findet dann ganz regulärer Unterricht statt, in meinem Fall in den Fächern Geografie und Sport. Natürlich bereite ich mich auch in meinem letzten Schuljahr noch auf jede Unterrichtsstunde vor. Aber in den 35 Berufsjahren hat sich ein großer Fundus an Material und Erfahrung angesammelt, sodass ich deutlich entspannter in die Klasse gehen kann.

Auch wenn es mein letztes Schuljahr ist, wird es vermutlich nicht anders laufen als bisher. Vielleicht wird jeden Tag ein bisschen mehr Vorfreude mitschwingen. Ich bin immer gerne zur Schule gegangen – und mache das bis heute. Aber nach 36 Jahren ist es dann auch gut, wehmütig bin ich also nicht. Langwierige Konferenzen und die Korrektur von Klausuren am Wochenende werde ich sicherlich nicht vermissen, die Zusammenarbeit mit dem Kollegium und interessante Diskussionen mit den Schülern dann schon eher."

Schülerzahlen

Dem Staatlichen Schulamt Markdorf waren laut Mitteilung folgende prognostizierte Erstklässler-Zahlen für Friedrichshafener Schulen gemeldet worden, Pestalozzi-Schule (Grund- und Werkrealschule): 98; Albert-Merglen-Schule (Grundschule): 43; Ludwig-Dürr-Schule (Grund- und Werkrealschule): 57; Gemeinschaftsschule Schreienesch. 80; Dr.-Josef-Eberle-Schule (Grundschule) in Ailingen: 66; Don-Bosco-Schule (Grundschule) in Ettenkirch 9; Grundschule Fischbach 71; Grundschule Kluftern 31.