Angehende Bräute stehen auf kleinen Podesten vor hohen Spiegeln, fachkundiges Personal korrigiert mit Stecknadeln den Sitz von Tüll und Spitze. Mütter und Freundinnen machen Fotos und Väter strahlen vor Stolz im Hintergrund. Zum ersten Mal dürfen Besucherinnen bei der Hochzeitsmesse „Ja ich will“ Hochzeitskleider anprobieren – der Andrang ist groß. Was bei der Brautmodenschau vorgeführt wurde, soll auch am eigenen Körper sitzen, zur Not wird es passend gemacht. Im Prinzessinnenkleid präsentieren sich die jungen Frauen und träumen vom schönsten Tag im Leben.

<strong>Wie einst die Großeltern:</strong> Ohne Ring keine Hochzeit – und das am liebsten mit klassischen Formen der Eltern und Großeltern. Polierte Ringe in Gelbgold, manchmal auch Weißgold, seien selbst bei ganz jungen Paaren wieder beliebt, sagt Kathrin Luzens vom Juwelier Bartels in Ravensburg. Dabei gehe es ganz klar darum, den Ehering als solchen erkennbar zu machen. Die Botschaft „ich bin verheiratet“ sei wieder wichtig. Für 2500 bis 3000&nbsp;Euro sind die Klassiker zu haben. Dabei wird sehr gern der Antragsring – ein Brillant, mit Kniefall der Auserwählten angesteckt – später als glitzernde Ergänzung zum Ehering getragen. Komplett out sei dagegen der Mix aus verschiedenfarbigem Gold.
Wie einst die Großeltern: Ohne Ring keine Hochzeit – und das am liebsten mit klassischen Formen der Eltern und Großeltern. Polierte Ringe in Gelbgold, manchmal auch Weißgold, seien selbst bei ganz jungen Paaren wieder beliebt, sagt Kathrin Luzens vom Juwelier Bartels in Ravensburg. Dabei gehe es ganz klar darum, den Ehering als solchen erkennbar zu machen. Die Botschaft „ich bin verheiratet“ sei wieder wichtig. Für 2500 bis 3000 Euro sind die Klassiker zu haben. Dabei wird sehr gern der Antragsring – ein Brillant, mit Kniefall der Auserwählten angesteckt – später als glitzernde Ergänzung zum Ehering getragen. Komplett out sei dagegen der Mix aus verschiedenfarbigem Gold. | Bild: Anette Bengeldsdorf

Brautkleider im romantischen Mittelpunkt

Zum ersten Mal in der Geschichte soll Queen Victoria in Weiß geheiratet haben. Davor war es eher das Sonntagskleid, mit dem man vor den Pfarrer trat. Und wie vor 170 Jahren steht das Brautkleid im romantischen Mittelpunkt. Männer, die sich für Anzüge interessieren, sieht man bei der Messe eher selten und überhaupt herrscht nicht gerade Männerüberschuss.

Miss Germany Anahita Rehbein steht eher auf Vintage-Stil

„Ich verstehe es, dass die Mädels im Prinzessinnenkleid heiraten wollen“, sagt Anahita Rehbein, amtierende Miss Germany. Denn es sei Wahnsinn, was ein so schönes Kleid aus einer Frau mache. Doch für sie persönlich käme ein solches Kleid nicht in Frage.

Video: Anette Bengelsdorf

Häufig wird die 24-Jährige für Hochzeitsmessen gebucht, führt Brautkleider aus der Miss-Germany-Kollektion vor und weiß, wovon sie spricht. „Zu unbequem und zu schwer“ findet sie solche Modelle, um den ganzen Tag zu überstehen. Lieber hätte sie etwas mit dünnen Trägern, locker und weit geschnitten, so ein bisschen im Hippie-Stil. Dann könne sie auch essen, so viel sie wolle.

<strong>Wie auf der Wiese gepflückt:</strong> Luftig leicht schweben rosa Nelken, weiße Nerinen und Lysanthus in Reagenzgläschen über dem Tisch. Auch der passende Brautstrauß mit Gräsern spiegelt die natürliche Bewegung eines Wiesenstraußes wider. Dazu bekommen, farblich abgestimmt, die Trauzeugen Blumenkränzchen fürs Handgelenk. Die Wahl der Blumen sei dabei abhängig von der Jahreszeit, sagt Florian Mayer vom Blumenhaus Mayer in Friedrichshafen. Ranunkeln im Frühjahr, Dahlien im Sommer und im Winter Blüten, die die Winterstimmung in Blaugrau wiedergeben. Für etwa 1000&nbsp;Euro werden Kirche, Tische und Auto sowie Braut und Gäste geschmückt.
Wie auf der Wiese gepflückt: Luftig leicht schweben rosa Nelken, weiße Nerinen und Lysanthus in Reagenzgläschen über dem Tisch. Auch der passende Brautstrauß mit Gräsern spiegelt die natürliche Bewegung eines Wiesenstraußes wider. Dazu bekommen, farblich abgestimmt, die Trauzeugen Blumenkränzchen fürs Handgelenk. Die Wahl der Blumen sei dabei abhängig von der Jahreszeit, sagt Florian Mayer vom Blumenhaus Mayer in Friedrichshafen. Ranunkeln im Frühjahr, Dahlien im Sommer und im Winter Blüten, die die Winterstimmung in Blaugrau wiedergeben. Für etwa 1000 Euro werden Kirche, Tische und Auto sowie Braut und Gäste geschmückt. | Bild: Anette Bengeldsdorf

Locken statt Hochsteckfrisuren und nach der Trauung Sneakers

Auch die angesagten Hochsteckfrisuren gefallen der jungen Frau nicht – lange Locken wären ihr lieber und nach der Trauung dürften es gern Sneakers statt Highheels sein. Zum Glück halten die Couturiers auch für Frauen wie Anahita die passenden Modelle bereit. So werden auch die klassische A-Linie und Kleider im romantischen Vintage-Stil gern getragen, berichtet Iris Kendlinger von „You and Me“.

<strong>Vom Morgen bis tief in die Nacht:</strong> „Der Trend geht immer mehr zur Ganztagsbegleitung“, beobachtet Melina Arena von Foto Girone in Tettnang. Schminken, Frisieren, Anziehen, Kirche. Und selbst dort, berichtet die Fotografin Sabine Kunzer aus Friedrichshafen, werde inzwischen – sofern es der Pfarrer erlaubt – mit der Drohne gefilmt und fotografiert. Paarshooting in ungewöhnlichen Posen und eine Reportage über die abendliche Party gehören selbstverständlich dazu. Der Wunsch nach Stabilität und Perfektion führe dazu, dass immer öfter professionelle Fotografen beauftragt würden, diesen besonderen Tag zu dokumentieren. Für 2500&nbsp;Euro kommt neben dem Fotografen auch die Drohne zum Einsatz.
Vom Morgen bis tief in die Nacht: „Der Trend geht immer mehr zur Ganztagsbegleitung“, beobachtet Melina Arena von Foto Girone in Tettnang. Schminken, Frisieren, Anziehen, Kirche. Und selbst dort, berichtet die Fotografin Sabine Kunzer aus Friedrichshafen, werde inzwischen – sofern es der Pfarrer erlaubt – mit der Drohne gefilmt und fotografiert. Paarshooting in ungewöhnlichen Posen und eine Reportage über die abendliche Party gehören selbstverständlich dazu. Der Wunsch nach Stabilität und Perfektion führe dazu, dass immer öfter professionelle Fotografen beauftragt würden, diesen besonderen Tag zu dokumentieren. Für 2500 Euro kommt neben dem Fotografen auch die Drohne zum Einsatz. | Bild: Anette Bengeldsdorf

Trauungen immer öfter in der Natur

Was der Schönheitskönigin sympathisch ist, hat in anderen Bereichen bereits Konjunktur. So werden, das schildern die Profis, die Trauungen immer öfter samt Trauredner in die Natur verlegt. Am liebsten an ungewöhnliche Orte, selbst in den Wald. Floristen kreieren dazu Dekorationen wie zufällig am Wegrand gepflückt, Fotografen jagen die Paare zum Porträtieren durch Wiesen und Wälder. Und die Hochzeitstorte sieht aus wie aus Holz geschnitzt und schmilzt garantiert nicht in der Sonne.