Statt seine Pause in der Kantine zu verbringen oder entspannt die Füße hochzulegen, schnürt Jochen Breuer dreimal pro Woche mittags seine Sportschuhe und nutzt die freie Zeit für ein Lauftraining. Der 41-Jährige arbeitet als Software-Entwickler bei ZF in Friedrichshafen. „Ein eher schreibtischlastiger Job“, erzählt Breuer. Deshalb sei die Bewegung in der Mittagspause ein guter Ausgleich. „Man baut Stress ab und tut etwas für seine Gesundheit“, sagt der sportbegeisterte Familienvater.

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So wie Jochen Breuer geht es vielen Häflern: Jeden Tag verbringen sie mehrere Stunden im Büro, sitzen an ihren Schreibtischen und schauen auf Computerbildschirme. Kopfschmerzen, Rückenprobleme oder andere Beschwerden sind oft die Folgen, wenn der Körper zu wenig Bewegung hat und zu lange in einer Position verharrt. Um das zu verhindern, versuchen inzwischen viele Unternehmen, mit einem betrieblichen Fitnessangebot gegenzusteuern und etwas für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu tun.

Eine große Betriebssport-Gemeinschaft

Bei ZF umfasst dieses Angebot mittlerweile 22 verschiedene Sport- und Freizeitgruppen – von Badminton und Volleyball über Nordic Walking bis hin zur Triathlon-Gruppe. Außerdem können die Mitarbeiter im firmeneigenen Gesundheitszentrum trainieren oder an Yoga- und Entspannungsübungen teilnehmen. „Darüber hinaus sollen regelmäßige Gesundheitsaktionen für einen gesunden Lebensstil sensibilisieren“, erklärt Michael Kaisser, Referent für Gesundheitsmanagement am ZF-Standort Friedrichshafen. Dazu gehören zum Beispiel Seminare zum Thema Stressmanagement oder eine Ergonomieberatung. Mittlerweile habe ZF eine große Betriebssport-Gemeinschaft, erklärt Kaisser.

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Jochen Breuer ist ein Teil dieser Gemeinschaft. Wenn er mittags den Schreibtisch gegen die Laufstrecke tauscht, sind in der Regel einige seiner Kollegen mit von der Partie. „Wir laufen meistens in einem Tempo, bei dem wir uns noch gut unterhalten können“, erzählt der 41-Jährige, der auch schon am Fischbacher Halbmarathon und am ZF-Firmenlauf teilgenommen hat. „Und immer wieder schafft man es auch, andere Mitarbeiter zu motivieren, die sonst eher wenig Sport treiben.“

Fitte Mitarbeiter sind leistungsfähiger

Angestellte, die sich fit halten, sind in der Regel leistungsfähiger und seltener krank – von einer betrieblichen Gesundheitsförderung profitieren also nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Arbeitgeber. Das weiß auch die Häfler Stadtverwaltung, die ihren Angestellten seit einigen Jahren ein breites Gesundheits- und Fitnessangebot bietet. Im Rahmen eines Fortbildungsprogramms können Mitarbeiter kostenfrei an Kursen zu den Themen Ernährung, Bewegung und Yoga teilnehmen, erklärt Sprecherin Monika Blank.

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Um sich auf Firmenläufe und regionale Marathons vorbereiten zu können, haben die Mitarbeiter außerdem die Möglichkeit, an Lauftrainings teilzunehmen, die die Stadt in Kooperation mit dem VfB Friedrichshafen anbietet. Darüber hinaus gebe es zwei Betriebssportgruppen, Tischtennis und Tanzen, die die Angestellten der Stadt besuchen können, so Blank. All das solle dazu beitragen, dass die Mitarbeiter der Stadt möglichst gesund bleiben.

Das Häfler Unternehmen Doubleslash übernimmt die Anmeldegebühr, wenn seine Mitarbeiter an Firmenläufen oder anderen Veranstaltungen teilnehmen.
Das Häfler Unternehmen Doubleslash übernimmt die Anmeldegebühr, wenn seine Mitarbeiter an Firmenläufen oder anderen Veranstaltungen teilnehmen. | Bild: Doubleslash

Vom Radfahren bis zur Massage: Das bieten Häfler Unternehmen ihren Angestellten

Die Angebote, die Arbeitnehmern in Friedrichshafen dabei helfen sollen, sich fit zu halten und gesund zu bleiben, sind vielfältig.

  • Medizin Campus Bodensee: Der Klinikverbund, zu dem auch das Klinikum Friedrichshafen gehört, bietet seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, an Kursen wie Zumba, Pilates oder Faszientraining teilzunehmen, die vom MCB bezuschusst werden. Außerdem können Segel- oder Ruderkurse besucht oder Massagen gebucht werden. In gemeinsamen Lauftrainings bereiten sich die Angestellten außerdem auf die Teilnahme am ZF-Firmenlauf vor, teilt Sprecherin Susann Ganzert mit. Die Kosten dafür übernimmt der MCB komplett.
  • Doubleslash: Das Unternehmen Doubleslash ermöglicht seinen Mitarbeitern, an Sportveranstaltungen wie dem Firmenlauf, einem Triathlon oder Fußballturnieren teilzunehmen. Die Firma übernehme dabei die Organisation, zahle die Anmeldegebühren und die Kosten für Sporttrikots und kümmere sich vor Ort um die Verpflegung der Teilnehmer, erklärt HR-Managerin Leonie Hlawatsch. Außerdem radeln die Mitarbeiter im Rahmen einer jährlichen Fahrradaktion sechs Monate lang für den guten Zweck.
  • Internationales Bankhaus Bodensee: Angestellte der Bank können das Sportangebot der BKK-ZF nutzen, das neben allgemeinem Fitnesstraining auch Kurse wie Yoga oder Pilates umfasst. Außerdem gibt es eine Mountainbike-Gruppe und ein Firmenlauf-Team.
  • Airbus: Der Flugzeughersteller organisiert regelmäßige Gesundheitstage, an denen die Mitarbeiter an Vorträgen, Untersuchungen und Kursen zu unterschiedlichen Themen wie Ernährung oder Muskelentspannung teilnehmen können. Darüber hinaus verfügt der Bodensee-Standort über ein betriebsmedizinisches Zentrum und eine große Betriebssportgemeinschaft, teilt Sprecher Mathias Pikelj mit.
  • MTU: MTU hat sein Gesundheitsprogramm über die Jahre immer weiter ausgebaut. Neben einem firmen-eigenen Fitnessstudio gibt es verschiedene Laufangebote und Kurse in unterschiedlichen Sportarten wie Tauchen oder Stand-up-Paddling. Außerdem gibt es laut Sprecher Wolfgang Boller Gruppen, die an Veranstaltungen wie dem Firmenlauf oder dem Fischbacher Halbmarathon teilnehmen. Zusammen mit der BKK MTU bietet das Unternehmen auch Aktionswochen zu verschiedenen Gesundheitsthemen an.