Einem Sachstandsbericht zur Umsetzung des Radverkehrskonzeptes, den Wolfgang Kübler, Leiter des Stadtbauamtes, am Dienstagabend vorstellte, ließen die Mitglieder des Technischen Ausschusses einen Reigen an lobenden Worten folgen. Ihr Wunsch: Was in Friedrichshafen für Radfahrer getan wird, soll auch dem gesamten Gemeinderat noch präsentiert werden.

Zu dem, was bereits getan wurde, gehören dem Sachstandsbericht nach neben dem in Angriff genommenen Großprojekt Veloring unter anderem den neuen Radweg zwischen Wiggenhausen-Süd und Rotach, Investitionen in verschiedene Abstellanlagen sowie Kleinmaßnahmen – etwa Bordsteinabsenkungen. Sämtliche Ausgaben für den Radverkehr zusammengenommen, wurden für den Radverkehr in Friedrichshafen 2016 und 2017 insgesamt 3,1 Millionen Euro investiert. Weitere knapp 3,45 Millionen sieht der Doppelhaushalt 2018/2019 vor, hinzukommen. Haushaltsreste von rund 906 800 Euro. Der Veloring ist schließlich noch lange nicht fertig, Radwege sollen angelegt oder verbessert sowie weitere Querungshilfen gebaut werden und im Bereich des Stadtbahnhofs ein Fahrradparkhaus entstehen. Für eine kurze Diskussion sorgten drei geplante Querungshilfen in Kluftern, deren Realisierung laut Sitzungsvorlage erst 2020 vorgesehen ist. Neben Klufterns Ortsvorsteher Michael Nachbaur forderte unter anderem Mirjam Hornung (CDU), dass diese dringend fertig sein sollten, bevor es die B 31-neu ist. Erster Bürgermeister Köhler versprach: "Wir haben Kluftern im Auge."

Im Vergleich mit anderen Kommunen steht Friedrichshafen den von der Verwaltung vorgelegten Zahlen nach bereits heute gut da. Mit den Bemühungen in den Radverkehr befinde sich die Stadt im Land und im Bund innerhalb oder sogar im Bereich der Spitzengruppe. Das belege unter anderem der Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), bei dem die Zeppelinstadt landesweit in ihrer Größenklasse hinter Konstanz auf dem zweiten Platz landete, bundesweit auf Rang zwölf. Erster Bürgermeister Köhler und Bauamtsleiter Kübler gingen außerdem auf Pro-Kopf-Ausgaben ein. Auf das reine Radverkehrsbudget für das vergangene Jahr bezogen seien das rund 9,20 Euro pro Häfler. Berücksichtige man die Gesamtausgaben, die dem Radverkehr zugutekommen, seien es sogar rund 33 Euro – oder mehr. Auf welcher Grundlage diese Pro-Kopf-Ausgaben in anderen als fahrradfreundlich geltenden Kommunen basieren, sei nicht immer deutlich geworden. Eine Abfrage in der Fahrradhauptstadt Münster habe aber beispielsweise rund 9,80 Euro ergeben, eine in Tübingen rund 8 Euro.