Es war nicht das erste Mal, dass einer Kassiererin in einem Häfler Geschäft eine falsche Münze in der Kasse gelandet ist. Diesmal kam der Kunde, ein älterer Herr, mit dem Geldstück zurück. "Das sind keine zwei Euro", reklamiert er die Münze, die er kurz zuvor als Wechselgeld bekommen hatte.

Erst draußen war ihm aufgefallen, dass nirgendwo "2 Euro" auf der Münze standen, sondern auf der einen Seite ein Tempel und auf der anderen das Konterfei eines Mannes (König Bhumibol) abgebildet sind.

Gleiche Größe, goldener Kern

Ansonsten sieht die thailändische 10-Baht-Münze, um die es sich handelte, der Euro-Münze täuschend ähnlich. Gleiche Größe, goldener Kern, silberner Ring: Der währungstechnische Unterschied fällt auf den ersten, flüchtligen Blick gar nicht auf. Doch der Wert differiert ordentlich. 10 Baht sind umgerechnet nur 26 Cent.

Nur wer genau hinschaut erkennt, dass die rechte Münze mit dem Tempel-Aufdruck und der für Europäer unleserlichen Schrift keine Euro-Münze sein kann.
Nur wer genau hinschaut erkennt, dass die rechte Münze mit dem Tempel-Aufdruck und der für Europäer unleserlichen Schrift keine Euro-Münze sein kann. | Bild: Cuko, Katy

Nur sind Baht in Deutschland kein gültiges Zahlungsmittel. Wer es irrtümlicher Weise im Geldbeutel oder in der Kasse hat, zahlt am Ende drauf. Vor allem in der Ferienzeit komme es schon vor, dass Kunden aus Versehen mit der Währung aus dem Urlaubsland hierzulande ihre Rechnung begleichen, erzählt die Kassiererin. Strafbar ist das nicht, höchstens ärgerlich. Es sei denn, jemand bringt solche Münzen bewusst in Umlauf.

Verwechslungsgefahr besteht

Denn auch bei anderen Geldstücken besteht Verwechslungsgefahr. So sieht die türkische 1-Lira-Münze ebenfalls wie das 2-Euro-Stück aus, der brasilia­nische 1 Real wie 1 Euro. Beide sind nur gut 30 Cent wert. Und der halbe Schekel aus Israel gleicht einem 2-Euro-Stück, entspricht aber nur 10 Cent.

Falschmünzen sind das genau genommen nicht. Und auch die sind nach Aussage von Hans-Joachim Gerlach von der Sparkasse Bodensee kein nennenswertes Thema. "Ganz vereinzelt kommt es im direkten Bargeldverkehr vor, das wir eine falsche Münze entgegennehmen", erklärt er. Die wird spätestens bei der Prüfung durch die Münzzählgeräte oder -automaten erkannt und ausgesondert.

Die "falschen" Geldstücke, die im Ausland ja reguläres Zahlungsmittel sind, nimmt die Sparkasse allerdings niemandem ab. Münzen werden schon lange nicht mehr in Euro gewechselt.