Der alte Ortschaftsrat Kluftern trat am Donnerstagabend zu seiner letzten und der neue zu seiner ersten Sitzung zusammen. Von der Besetzung gab es nur eine Veränderung: Wolfgang Sigg (SPD) wurde nicht mehr in den Ortschaftsrat gewählt, allerdings in den Gemeinderat. Mit Ekkehard Reich ist das einzige neue Gesicht im Ortschaftsrat wieder ein Sozialdemokrat, der zusammen mit den anderen verpflichtet wurde.

24 Jahre war Sigg im Ortschaftsrat

Rund 24 Jahre (1975 bis 1984 und 2004 bis 2019) war Sigg laut Ortsvorsteher Michael Nachbaur im Ortschaftsrat und ist „fast unersetzlich“, wie es Peter Schwarzott (FW), für die Ratsmitglieder formulierte. Als Gemeinderat bleibt er den Klufternern allerdings als inzwischen einziger Vertreter aus der Ortschaft erhalten. Bei der Gemeinderatswahl erzielte er das beste Ergebnis seiner Partei. Sein Sachverstand, seine ausgleichende Art und seine Diskussionskultur seien beeindruckend, sagten Nachbaur und Schwarzott. 44 Jahre ist er in der Kommunalpolitik und war beziehungsweise ist als Ortschafts-, Gemeinde- und Kreisrat, als Erster Bürgermeister von Friedrichshafen und in diversen Gremien wie der Kreisbaugenossenschaft, dem Klinikum oder der Stiftung Müller und Fiedler tätig, wie Bernd Caesar (SPD) erinnerte.

Der neue Ortschaftsrat (von links): Rita Polzer, Bernd Caesar, Ekkehard Reich, Beatrix Popp, Alexander Ebbe, Dietmar Wurst, Peter Schwarzott, Wolfgang Jägle, Erwin Benz, Sigrid Merz und Ortsvorsteher Michael Nachbaur. Verhindert war Walter Zacke.
Der neue Ortschaftsrat (von links): Rita Polzer, Bernd Caesar, Ekkehard Reich, Beatrix Popp, Alexander Ebbe, Dietmar Wurst, Peter Schwarzott, Wolfgang Jägle, Erwin Benz, Sigrid Merz und Ortsvorsteher Michael Nachbaur. Verhindert war Walter Zacke. | Bild: Wex, Georg

„Habe mich immer wohlgefühlt“

Der so gelobte Wolfgang Sigg merkte an, der Dank sei „etwas übertrieben, aber es hat mir trotzdem gefallen“. „Ich habe mich in diesem Gremium immer wohlgefühlt“, sagte Sigg. Er gab das Lob besonders an drei Menschen zurück: den „hervorragenden Ortsvorsteher“ Michael Nachbaur, der anschließend einstimmig dem Gemeinderat zur Wiederwahl vorgeschlagen wurde, seinen Mitstreiter Bernd Caesar, den inzwischen „wahrscheinlich besten Verkehrsexperten im Bodenseekreis„, und an Wolfgang Jägle von der CDU, der mit ihm für Kluftern im Gemeinderat „an einem Strang gezogen“ habe. Sein Nachfolger, der Mediziner Ekkehard Reich, erklärte, er traue sich kaum, auf dem Stuhl Platz zu nehmen, auf dem das politische Schwergewicht saß: „Die Lücke kann ich in keiner Weise schließen. Ich bin hier der Azubi.“

Ehrung des Städtetages

Zu Stellvertretern des Ortsvorstehers wurden in dieser Reihenfolge gewählt: Walter Zacke (Bürgerliste Pro Kluftern), Alexander Ebe (FW) und Dietmar Wurst (CDU). Auch eine Ehrung des Städtetages gab es: Beatrix Popp erhielt nachgezogen für 20 Jahre Mitgliedschaft das Verdienstabzeichen in Silber, das in der vorangegangen Sitzung Wolfgang Jägle und Peter Schwarzott erhalten hatten.

Das Verdienstabzeichen in Silber des Städterages für 20 Jahre Mitgliedschaft im Ortschaftsrat Kluftern erhielt in der konstituierenden Sitzung Beatrix Popp, hier umringt von Peter Schwarzott (links) und Wolfgang Jägle, die diese Auszeichnung ebenfalls erhielten, allerdings eine Sitzung zuvor. Rechts Ortsvorsteher Michael Nachbaur.
Das Verdienstabzeichen in Silber des Städterages für 20 Jahre Mitgliedschaft im Ortschaftsrat Kluftern erhielt in der konstituierenden Sitzung Beatrix Popp, hier umringt von Peter Schwarzott (links) und Wolfgang Jägle, die diese Auszeichnung ebenfalls erhielten, allerdings eine Sitzung zuvor. Rechts Ortsvorsteher Michael Nachbaur. | Bild: Wex, Georg