"Mehr Unverpackt-Läden in unserer Region wären gut – vielleicht entstehen ja bald welche. Lassen Sie es mich wissen!" Mit diesem Satz beendete SÜDKURIER-Lokalchefin Kerstin Mommsen ihre Bilanz zum Plastikverzicht, den sie in einer zehnteiligen Serie im SÜDKURIER beschrieben hat. Jetzt tut sich tatsächlich etwas. Bislang gibt es Unverpackt-Läden in der Region in Markdorf, Ravensburg und Konstanz, ein weiterer Laden ist in Singen in Planung. In Friedrichshafen eröffnet im Oktober ein Bioladen mit unverpackten Lebensmitteln im Sortiment.

Regional und in kleinen Mengen

In Singen ist Ute Schürmann bereits mitten in den Planungen. "Wir glauben daran, dass jeder etwas tun kann. Denn es funktioniert tatsächlich, beim Einkaufen auf Plastik zu verzichten", so Ute Schürmann. Sie ist der Meinung, dass der Gedanke gestärkt werden müsse. In ihrem Laden sollen regional und ökozertifizierte Produkte verkauft werden. "Ein Vorteil ist sicherlich auch, dass Kunden auch nur kleine Mengen einkaufen können, was gerade für Singles oder ältere Menschen im normalen Supermarkt oft schwierig ist", erklärt Schürmann. Sie will ihren Unverpackt-Laden aber auch zu einem Ort der Begegnung machen.

Reis, Nüsse und Nudeln unverpackt

Wo Kunden in Friedrichshafen zuletzt Spielfilme, Komödien und Thriller ausleihen konnten, laufen gerade die Umbauarbeiten für ein neues Geschäft. Aus der Videothek in der Ailinger Straße wird ein Bioladen. Und dort soll es künftig unter anderem auch unverpackte Lebensmittel geben. "Unverpackt wollen wir beispielsweise Reis, Nüsse und Nudeln anbieten", sagt Sabine Bold, die in Friedrichshafen auch das "v2o bio bistro" am Buchhornplatz betreibt.

Bild: Fotografie Trautmann

Unter dem Umweltaspekt findet Simone Keller, die in Markdorf den Laden "Heimatliebe unverpackt" betreibt, weitere Unverpackt-Läden in der Region "super". Sie habe allerdings auch viele Kunden aus Friedrichshafen und der Region, "die dann vermutlich vor Ort einkaufen werden, wenn es dort entsprechende Angebote gibt", sagt sie. Simone Keller betreibt ihren Laden seit zwei Jahren. Die Kundschaft habe sich verändert. "Früher kamen vor allem Stammkunden", sagt die Geschäftsinhaberin. Inzwischen kämen auch viele vorbei, die davon gelesen haben, dafür auch extra aus dem Umkreis anreisen oder einfach mal schauen wollen. Nicht jeder bleibe allerdings dabei. Insgesamt dürften es noch mehr Kunden sein, die in Unverpackt-Läden einkaufen.

Bild: Fotografie Trautmann

In Überlingen gibt es viele Bioanbieter und Direktvermarkter. Eine größere Nachfrage nach unverpackten Produkten nimmt Sibylle Kauf aus der Geschäftsleitung der Naturata Überlingen GmbH allerdings nicht wahr. Gemüse und Obst sei bei ihnen natürlich unverpackt. Auch Brot und Käse gebe es unverpackt an der Theke, sagt Sibylle Kauf. Kunden würden Körbe mitbringen und ihre Papiertüten wiederverwenden. "Ansonsten braucht das Thema, glaube ich, einfach noch etwas Zeit. Wie in den Anfängen der Bioläden auch."

.Die SÜDKURIER-Serie zur Plastikvermeidung mit vielen Tipps finden Sie hier:
http://www.sk.de/9686528