Sehr spannend: „High Voltage Tycoon“ – ein Simulationsspiel, in dem der Spieler in die Rolle eines Stromkonzern-Managers schlüpft und sein eigenes Strom-Imperium aufbaut. „Es geht darum, um Kunden zu werben, aber sich auch aktuellen Herausforderungen wie Umweltschutz, der Energiewende oder der Frage eines Atommüllendlagers zu stellen. Dafür haben wir uns mit einer möglichst realistischen Stromnetz- und Kundenberechnung auseinandergesetzt“, erklären Ferdinand und Max Omlor. Die beiden Brüder vom Gymnasium Überlingen stellten ihr Projekt gestern beim Regionalwettbewerb Südwürttemberg von „Jugend forscht“ den kritischen Juroren vor. Dafür wurden sie mit einem ersten Preis belohnt. Ein Blick in die Ergebnislisten der insgesamt 130 Teilnehmer zeigt, dass gerade Überlingen auf seine Schüler besonders stolz sein darf. Für alle ersten Preisträger geht es weiter zum Landeswettbewerb.

Gestern Morgen, 11 Uhr, im Friedrichshafener Dornier-Museum. Reges Treiben. Viele Besucher lassen sich von den Jungforschern ihre Erkenntnisse aus erster Hand erläutern. Bemerkenswert ist auch die Idee von Ulrich Schmid aus der Jörg-Zürn-Schule sowie von Philipp Schoch und Timo Schönegg vom Gymnasium Überlingen: Eine Drohne, die zur Vermisstensuche, aber auch zur Rettung von Rehkitzen vor der Wiesenmahd eingesetzt werden kann. Das Projekt, das ebenfalls mit einem ersten Preis prämiert wurde, nennt sich „Hexacopter reloaded“. Ulrich Schmid erklärt: „Unsere selbstentwickelte Software wird in Echtzeit die Bilder einer Infrarotkamera auswerten und Tiere oder Menschen selbsttätig erkennen und deren Standort markieren, indem der Copter die GPS-Position an die Bodenstation sendet und automatisch eine Position oberhalb des Ziels einnimmt.“

Erste Preisträgerinnen sind auch Leona Bier, Lorna Riesterer und Anna-Maria-Wiedenhorn. Die Schülerinnen im Alter von 15, 16 und 18 Jahren besuchen die Realschule Überlingen und die Heimschule Kloster Wald. Sie haben sich mit Erfolg der „Bestimmung der Antibiotikaresistenz durch Gas-Chromatographie“ gewidmet. „Unser Test dauert zehn Stunden, herkömmliche Labortests dagegen drei Tage“, sagt Anna-Maria Wiedenhorn begeistert. Leona Bier ergänzt: „Dieser Wettbewerb ist eine super Sache. Die Gespräche mit den Juroren bringen uns echt weiter – und wir erhalten wertvolle Tipps. In der Schule wird man dagegen manchmal komisch angeguckt, wenn man sich als Mädchen für Naturwissenschaften interessiert.“ Komisch angeguckt wurden die drei Mädels gestern jedenfalls nicht, bewundernd hingegen schon.

 

Die Preisträger aus Überlingen

1. Preise: Ferdinand und Max Omlor (Gymnasium Überlingen), Projekt „High Voltage Tycoon“; Anna-Maria Wiedenhorn, Lorina Riesterer (beide Heimschule Kloster Wald), Leona Bier (Realschule Überlingen), „Bestimmung der Antibiotikaresistenz durch Gas-Chromatographie“; Ulrich Schmid (Jörg-Zürn-Schule Überlingen), Philipp Schoch, Timo Schönegg (beide Gymnasium Überlingen), „Hexacopter reloaded“; Christoffer Raun, Paul Meistermann (beide Gymnasium Überlingen), Samuel Layer-Reiss (Spohn-Gymnasium Ravensburg), „Autonomer Solarkatamaran aus dem 3D-Drucker“.

 

2. Preis: Christoffer Raun, Ferdinand Omlor, Timo Schönegg (alle Gymnasium Überlingen), „Möglichkeiten des ADTF Frameworks“.

 

3. Preise: Frederic Forster (Gymnasium Überlingen), Johannes Bier (Elektronikschule Tettnang), „Tiefenbilder von Stereokameras und deren Interpretation“; Mathis Salmen (Gymnasium Überlingen), „E-Waste 3D Drucker“.