Passend zu den ersten Frühlingssonnenstrahlen, präsentierte die Stadtverwaltung am Montag glänzende Zahlen bei der Vorstellung des Tourismus-Berichts 2016. "Rekorde, Rekorde, Rekorde", betitelte Jennifer Brosy, Leiterin der Häfler Tourist-Information, die Bilanz über das vergangene Jahr. Zum einen kamen mehr Gäste in die Zeppelinstadt (Ankünfte: 323 426, plus von 5,1 Prozent), zum anderen stieg die Zahl der Übernachtungen um 5,5 Prozent auf 738 571. Und auch der Anteil der ausländischen Besucher wächst kräftig weiter (siehe Grafik).

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  • Messe- und Geschäftskunden: Brosy geht davon aus, dass rund 65 bis 70 Prozent aller Gäste Geschäftsreisende sind. Urlaubstouristen machen in Friedrichshafen rund 30 Prozent aus. Das schlägt sich auch in der Jahresstatistik der Tourist-Info nieder: Allein 6870 Übernachtungen gehen auf das Konto der Messen Aero (657), Outdoor (2623) und Eurobike (3727). Weitere 4190 Übernachtungen wurden bei der Tourist-Info für Tagungen im Graf-Zeppelin-Haus gebucht. 2017 fällt die Outdoor erstmals in den Juni, 2018 rutscht auch die Eurobike in den Juli.
    "Mai, Juni sind eher unsichere Monate", sagt Brosy, "das Wetter ist noch nicht konstant gut, die Feiertage fallen unterschiedlich, da können wir mehr Bettenauslastung gebrauchen." Die Businessgäste kommen aus aller Welt, aber vor allem aus asiatischen Ländern wie Taiwan, China und Japan.
  • Urlaubstouristen: "Bei Friedrichshafen hat man vor allem Industrie, High-Tech im Kopf", sagt Sozialbürgermeister Andreas Köster, "mit Tourismus verbindet man die Stadt weniger." Das ändere sich jedoch dank der vielen Ideen des neuen Teams rund um Jennifer Brosy. Schaut man sich die Herkunftsländer der Häfler Gäste an, wird schnell klar: Auch hier spiegelt sich der Trend, in Deutschland Urlaub zu machen, wider. Zusätzlich bringt der schwache Euro zahlungskräftiges Klientel aus der Schweiz (32 856 Übernachtungen) und auch die Österreicher (10 116) kommen gern in die Zeppelinstadt. Der Zeppelin ist übrigens – neben dem See, den Museen und den Radwegen – ein sogenannter USP (Unique Selling Proposition; Alleinstellungsmerkmal) der Stadt und wird dementsprechend im Ausland vermarktet. "2017 wollen wir anlässlich 20 Jahre Zeppelin-NT-Erstflug erstmals eine Kult-Stadtführung anbieten", berichtet Brosy. Graf von Zeppelin persönlich führe Luftschiff-Fans durch die Stadt.
  • Neues in der Saison 2017: Auch in der aktuellen Saison liegt das Augenmerk der Tourist-Info auf den schwächeren Monaten von Ende Oktober bis März. Neben spannenden Wechselausstellungen in den Museen und der Bodensee-Weihnacht setzten die Touristiker 2016 erstmals verstärkt auf Stadtführungen zur Schlosskirche, Bodenseeschifffahrt, Brunnen und historischen Themen. Das soll 2017 weitergeführt werden. Neu ist neben der Zeppelin-Tour auch das Genussradeln. "Unsere Gäste fahren verschiedene Stationen ab, wo sie kulinarisch verwöhnt werden", erklärt Brosy. Außerdem gibt es einen Audioguide zu 15 Orten in Friedrichshafen, den sich Gäste kostenlos per QR-Quode auf ihr Handy laden können.


Zahl der Betten sinkt

Während die Übernachtungszahlen und die durchschnittliche Bettenauslastung seit Jahren steigen, gibt es im Fünf-Jahres-Vergleich starke Schwankungen bei der Bettenanzahl. 2016 fielen mit dem Schöllhorn und dem Schlossgarten gleich zwei Hotels weg. Insgesamt gab es 120 Betten weniger als im Vorjahr. Aktuell gibt es 50 Hotelbetriebe, davon sind zehn Hotels im Vier-Sterne-Bereich. Ferienwohnungen und Privatunterkünfte werden statistisch allerdings nicht erfasst. Braucht die Stadt mehr Hotels? "Im Sommer könnten wir mehr Hotelbetten gebrauchen, im Winter weniger", antwortet Touristikerin Brosy. Zu Messezeiten werde es immer eng, da müssten Hotels bis Dornbin dazugebucht werden. Auch die Campingplätze und die Jugendherberge sind voll ausgelastet. "Wir haben keine Flächen für weitere solche Plätze", sagt Andreas Köster. (sab)