In den Kreisverkehren, Tunneln und Straßen in Friedrichshafen könnten künftig vermehrt automatisiert fahrende Autos unterwegs sein. Der Gemeinderat werde am kommenden Montag über eine entsprechende Teststrecke entscheiden, sagte der Erste Bürgermeister Stefan Köhler am Dienstag. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass eine große, überzeugende Mehrheit den Weg mit uns gehen wird.“ Sollte das Gremium zustimmen, würden in einem ersten Schritt mehrere Ampelanlagen technisch so aufgerüstet, dass sie mit den Testfahrzeugen kommunizieren können. Die Stadt investiert dafür rund 250 000 Euro.

In Deutschland gibt es nach Angaben der Stadt bereits mehrere Teststrecken - etwa in Bremen oder Wuppertal. Auch der Südwesten plant entsprechende Vorhaben: So soll an ausgewählten Strecken zwischen Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn das Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg starten. Im Vergleich zu anderen Projekten etwa in Braunschweig, an der Autobahn 9 in Bayern oder im Saarland umfasst das baden-württembergische Testfeld alle Arten von öffentlichen Straßen - von der Autobahn über die Landstraße bis hin zur städtischen Hauptverkehrsache und Wohnstraße. Offiziell eröffnet werden soll das Testfeld am 3. Mai.

In Friedrichshafen könnte die Teststrecke innerhalb der Stadt im Herbst in Betrieb gehen, sagte Köhler. In dem Projekt seien neben einer Bundesstraße etwa auch Tempo-50- und Tempo-30-Zonen geplant. Die Autos führen aber zunächst nicht alleine auf der Straße. In den Fahrzeugen säßen erfahrene Testfahrer, die jederzeit eingreifen könnten und die das Kommando über das Fahrzeug hätten.

Initiiert wurden die Pläne vom Institut für Weiterbildung, Wissens- und Technologietransfer (IWT) und dem Autozulieferer ZF. Für das Unternehmen sei es wichtig, vor Ort eine solche Erprobungsmöglichkeit zu haben, sagte der Leiter Vorentwicklung bei ZF, Torsten Gollewski. „Stichwort: Kurze Wege vom Labor auf die Straße.“

Gestartet werde vor allem mit Fahrzeugen von ZF - neben Autos beispielsweise auch Lastwagen. Die Erprobung sei aber auch für andere offen, sagte Projektleiterin Sarah Kluge vom IWT. „Die Teststrecke bietet großes Potenzial für Kooperationsprojekte zwischen Hochschulen und Unternehmen.“