"Betreten der Terrasse verboten – Stadt Friedrichshafen" steht auf dem verwitterten Schild, das den Zugang versperrt. Auf der Terrasse selbst sieht es nicht besser aus. Eine große Plane soll wohl verhindern, dass noch mehr Wasser durchtropft. Ansonsten hat die natürliche Grasvegetation zwischen den Platten die Oberhand gewonnen.

Eine große Plane soll wohl verhindern, dass Wasser durch die porösen Fugen tropft. Ansonsten hat die Natur die Oberhand gewonnen.
Eine große Plane soll wohl verhindern, dass Wasser durch die porösen Fugen tropft. Ansonsten hat die Natur die Oberhand gewonnen. | Bild: Cuko, Katy

Von unten betrachtet ist das Bild nicht weniger jämmerlich. Trotz wochenlanger Trockenheit tritt an mehreren Stellen zwischen den maroden Fugen Wasser aus, das sich am Boden in Pfützen sammelt.

Durch marode Fugen tropft das Wasser von der oberen Terrasse durch und sammelt sich in Pfützen.
Durch marode Fugen tropft das Wasser von der oberen Terrasse durch und sammelt sich in Pfützen. | Bild: Cuko, Katy

Regelmäßig laufen hier Strandbadbesucher durch, die den Bootsverleih neben der Terrasse so auf direktem Weg erreichen. Kurios ist die Situation vor allem deshalb, weil ein Teil der oberen Aussichtsterrasse über eine zweite, breite Treppe direkt auf dem Strandbadgelände begehbar ist. Ein dicht bewachsener Zaun trennt diesen Bereich vom Schandfleck dahinter. Die Terrasse gehört der Stadt Friedrichshafen.

Einen schönen Ausblick genießen Strandbadbesucher von der oberen Terrasse. Der öffentlich zugängliche Teil ist seit Jahren gesperrt.
Einen schönen Ausblick genießen Strandbadbesucher von der oberen Terrasse. Der öffentlich zugängliche Teil ist seit Jahren gesperrt. | Bild: Cuko, Katy

Kein Risiko für Badegäste

Der bauliche Zustand sei aber nicht der Grund für die Sperrung gewesen, erklärt die Stadtverwaltung auf Anfrage. Deshalb bestehe auch kein Risiko für Badegäste, die darunter durchlaufen. Dieser Teil der Terrasse wurde demnach "vor längerem" gesperrt, da es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Vandalismus und feiernden Personen vornehmlich in den Abendstunden gegegeben habe.

"Die Feiernden warfen dabei Flaschen, Müll und Reste von Essen über die Absperrung auf die untere Terrasse im Strandbad", erklärt Pressesprecherin Andrea Kreuzer. Was man auf einer Betonterrasse ohne zerstörbares Inventar – nur eine Betonbank steht darauf – kaputt machen kann, erschließt sich dabei nicht so ganz. Aus diesen Gründen werde die Terrasse, für die organisatorisch das Amt für Bildung, Betreuung und Sport zuständig sei, nicht genutzt.

Warum verrottet die Plattform?

Ist das ein Grund, die am Königsweg gelegene Aussichtsplattform verrotten zu lassen? Noch dazu, wenn sich Besucher des Seewasserwerks darüber wundern, warum die Treppe zur Seeterasse, die direkt ans Wasserwerkgebäude angebaut ist, derart verdreckt ist.

In der Vergangenheit sei immer wieder über die Sanierung der Terrasse diskutiert worden, so die Stadtsprecherin. Man habe das jedoch aus Kostengründen nicht weiter verfolgt. "Es wäre der Öffentlichkeit schwer zu vermitteln, öffentliche Gelder auszugeben, um dann dort weiter Vandalismus etc. zu haben", lautet der Versuch einer Erklärung.

Strandbadbesucher laufen unter der maroden Terrasse durch, um zum Bootsverleih zu kommen. Baufällig sei sie nicht, sagt die Stadt.
Strandbadbesucher laufen unter der maroden Terrasse durch, um zum Bootsverleih zu kommen. Baufällig sei sie nicht, sagt die Stadt. | Bild: Cuko, Katy

Nicht bestätigen, aber auch nicht verneinen kann die Stadt, dass das Seewasserwerk samt Terrasse 1969 mit der Auflage gebaut wurde, der Öffentlichkeit an diesem Platz weiterhin freie Sicht auf den See zu bieten. "Darüber liegen uns keine Belege vor", so Andrea Kreuzer.

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