"Gockelores – Kikeriki" – das Wappentier der Häfler Fasnet feiert ein närrisches Jubiläum: Seit 66 Jahren entkommt das gelb-braune Federvieh dem Gockelmetzger und flattert fröhlich mit mehr als 4000 sorgfältig einzeln aufgenähten Filzfleckchen durch die alemannische Fasnet. Pate stand zur Geburtsstunde im Jahr 1951 der "Seckel", die Krönung schwäbischer Schimpffertigkeit, liebevoll zum Seegockel reduziert.

Nach dem Fischbacher Original Peter Enzenmüller wurden 1962 die Holzmaske sowie das Häs mit Südwester und Stulpenstiefeln der Bächlesfischer geschaffen. Ob Enzenmüller dereinst ähnlich skurriles Getier, wie die Hästräger, die 55. Geburtstag feiern, aus dem See gezogen hat, ist nicht überliefert. "Gockelores, Gockelores", schallt es am Samstag allenthalben, manchmal übertönt durch die Löli-Tuuter aus Bottighofen. Hexenpyramiden lockern den Umzug auf.

Und nicht nur die von der Polizei geschätzten 15 000 Zuschauer strahlen mit der Sonne um die Wette, sondern auch die selbst ernannten "schönsten Männer Friedrichshafens" – bekannt als Elferrat. Hoch auf ihrem Narrenschiff, das unter dem Motto "es lebe der Sport" als Schlusslicht des fast dreistündigen Umzugs zu sehen ist, werfen sie zur körperlichen Ertüchtigung reichlich Gutsle-Tütchen unters närrische Volk. Schweißtreibenden Sport müssen vor allem Hästräger leisten. "Warum isch der Häfler Umzug so lang?", klagt ein Narr im dichten Häs. Doch das Riesenspektakel ist jede Anstrengung wert.

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