Hört man „Ein Amerikaner in Paris„ denkt man sofort an Gene Kelly und Leslie Caron im Musicalfilm aus dem Jahr 1951. Mit seinen rasanten Tanzszenen zur Musik von George Gershwin kam das gleichnamige Musical, uraufgeführt 2014, in Friedrichshafen hervorragend an.

Gleich drei Männer sind in Lise verliebt (von links): Henri (Nico Schweers), Adam (Robert D. Marx) und Jerry (Tobias Joch) glänzen in „Ein Amerikaner in Paris“.
Gleich drei Männer sind in Lise verliebt (von links): Henri (Nico Schweers), Adam (Robert D. Marx) und Jerry (Tobias Joch) glänzen in „Ein Amerikaner in Paris“. | Bild: Claudia Wörner

Paris 1945. Die Handlung beginnt direkt nach dem Ende der Besatzungszeit und die Menschen befinden sich noch unter dem unmittelbaren Eindruck des Krieges. Der ehemalige amerikanische Soldat Jerry (Tobias Joch) verliebt sich rettungslos in die Pariserin Lise (Mariana Hidemi). Um die beiden herum beginnt das Leben wieder zu pulsieren und wird bunter.

Am Ende bekommen sie sich doch noch: Jerry (Tobia Joch) und Lise (Mariana Hidemi) spielten die Hauptrollen im Musical „Ein Amerikaner in Paris“.
Am Ende bekommen sie sich doch noch: Jerry (Tobia Joch) und Lise (Mariana Hidemi) spielten die Hauptrollen im Musical „Ein Amerikaner in Paris“. | Bild: Claudia Wörner

Ob im Bistro, im Kaufhaus La Fayette, im Ritz oder am Ufer der Seine – der Tanz spielt in „Ein Amerikaner in Paris„ eine herausragende Rolle. Dabei reicht er vom klassischen Spitzentanz über Wiener Walzer und Stepptanz bis hin zu Modern Dance. Dass alles wie aus einem Guss wirkt, liegt sicher auch daran, dass Regie und Choreografie in einer Hand, nämlich der von Christopher Tölle, liegen.

Nachtclub-Sänger Henri (Nico Schweers, Mitte) kann sich in Paris ausleben und findet seine Bühne.
Nachtclub-Sänger Henri (Nico Schweers, Mitte) kann sich in Paris ausleben und findet seine Bühne. | Bild: Claudia Wörner

Mit spielerischer Leichtigkeit und Ausstrahlung tanzen, singen und schauspielern nicht nur Jerry und Lise. Alle Darsteller sind auf der Bühne wahre Tausendsassas. Auch die Rollen des kriegsversehrten Komponisten Adam und des Möchtegern-Nachtclubsängers Henri sind mit Robert D. Marx und Nico Schweers bestens besetzt. Beide schwärmen ebenfalls für Lise. Kunstmäzenin Milo Davenport (Kira Primke) und Henris Mutter Madame Baurel (Michaela Hanser) sorgen für Verwicklungen und treiben die Handlung voran.

Lebensfreude unter dem Eiffelturm transportiert das Musical „Ein Amerikaner in Paris“. Dabei spielt der Tanz eine herausragende Rolle.
Lebensfreude unter dem Eiffelturm transportiert das Musical „Ein Amerikaner in Paris“. Dabei spielt der Tanz eine herausragende Rolle. | Bild: Claudia Wörner

Die unvergesslichen Gershwin-Melodien wie „I got Rhythm“, „‘S Wonderful“ oder „They can‘t take that away from me“ spielten Musiker des Krzysztof Klima Festival Orchesters aus Krakau unter der Leitung von Heiko Lippmann. Insbesondere die temporeichen Tanzszenen mit dem zwölfköpfigen Ensemble waren eine Augenweide. Häufig wechselnde Kostüme, LED-Einblendungen und ein Bühnenbild, dessen Wechsel elegant in die Choreografie eingebaut wurde, machten das Musical zum Gesamterlebnis. Chapeau!