Weltweit wird jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Sie wird geschlagen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt. Bei der Aktion „One Billion Rising“ zeigen Frauen und Männer in mehr als 200 Ländern ihre Solidarität.

Tanz-Flashmob am 16. Februar vor der Musikmuschel

In Friedrichshafen treffen sie sich am kommenden Samstag, 16. Februar, um 10.30 Uhr zum Tanz-Flashmob vor der Musikmuschel im Uferpark. Damit die Tanzschritte richtig sitzen, kamen am Samstag Frauen zum Training in der Tanzschule Desweemèr. Solidarisch zeigen sie sich mit einer Milliarde Frauen weltweit, also mit „one billion“, so die US-amerikanische Bezeichnung für Milliarde. Zur Musik „Break the Chain“ zeigte Tanzlehrerin Divya Margowzew die Schritte. „Auch wenn nicht alles klappt – Hauptsache es kommen möglichst viele zum Flashmob und erheben sich gegen Gewalt.“

Video: Claudia Wörner

Bereits nach wenigen Minuten klappten die ersten Schritte. Dazu kamen die Arme. Kleine Schwierigkeiten gab es nur bei der Drehung. Schon etwas außer Atem lernten die Teilnehmerinnen, worauf es bei Contract und Release mit dem Oberkörper ankommt. „Das ist erst mal eine ungewohnte Bewegung, aber reine Übungssache“, erklärte die Tanzlehrerin. Dann gibt es neun mal acht Schläge Zeit, um sich ganz nach Lust und Laune mit eigenen Tanzschritten zu bewegen. Zum Schluss recken alle gleichzeitig den Zeigefinger der rechten Hand nach oben.

Video: Claudia Wörner

Ins Leben gerufen wurde „One Billion Rising“ von der New Yorker Künstlerin Eve Enser. „Es ist toll, dass die Kampagne auch bei uns in der Kleinstadt und nicht nur in Hamburg und Berlin stattfindet“, sagt Christiane Ausborn. Für Iris Leitner ist es erschreckend, wie vielen Frauen Gewalt angetan wird. "Es trifft sie überall, auch bei uns.“ Ingrid Leiprecht tanzt mit, da ihre Tante vor mehr als 30 Jahren Opfer häuslicher Gewalt war. "Sie hat schlimmes Leid erfahren, war von ihrem Mann wirtschaftlich abhängig und niemand konnte ihr helfen."

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Schülerin Tiffany Radziwill aus Kressbronn wünscht sich Unterstützung für betroffene Kinder und Frauen. "Je mehr mitmachen, desto eher trauen sie sich, Hilfe zu holen und sich zu wehren." Auch ihrer Freundin Malina Ruf geht es darum, durch die Aktion Aufmerksamkeit zu erzeugen.

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Den Protesttanz organisieren die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Friedrichshafen, die Frauen- und Familienbeauftragte des Bodenseekreises, Frauen helfen Frauen, das Frauen- und Kinderschutzhaus der Arbeiterwohlfahrt, die Schule St. Elisabeth, der Katholische Deutsche Frauenbund Friedrichshafen und andere.

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