Friedrichshafen – Mit einer zweiten in Friedrichshafen stationierten Maschine wird die dänische Fluglinie Sun-Air ab 14. Januar zweimal täglich nach Hamburg fliegen. Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer der Flughafen Friedrichshafen GmbH, und Kristoffer Sundberg, CEO der Sun-Air, unterzeichneten am Freitag den Vertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren.

„Mit der Sun-Air haben wir den optimalen Partner für unsere Region gefunden“, sagte Wehr. Die seit 40 Jahren im Regionalflugverkehr tätige Fluglinie ist Franchise-Partner von British Airways (BA), die von einem positiven Image profitiert und über deren Reservierungssystem auch die Buchung erfolgt.

Auslastung nach Düsseldorf bei 65 Prozent

Mit einem Dornier-328-Jet, der in den Farben der BA lackiert ist, fliegt die Linie seit Juni bereits Düsseldorf an. Bei einer Auslastung von 65 Prozent wird diese Strecke bis Ende des Jahres etwa 10 000 Passagiere befördert haben. Zahlen, mit denen alle Beteiligten laut eigenem Bekunden mehr als zufrieden sind.

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Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass sich der Flug nach Hamburg noch besser verkauft. Die Zahl der Reservierungen sei nach sieben Monaten doppelt so hoch wie im selben Zeitraum vor dem Start des Düsseldorf-Flugs, sagt Kristian Tvergaard, kaufmännischer Leiter von Sun-Air. Somit sei zukünftig mit insgesamt etwa 40 000 Passagieren auf beiden Strecken zu rechnen.

Abflugszeiten an Bedürfnissen der Industrie orientiert

Das Scheitern der beiden Vorgänger-Airlines in Friedrichshafen im Blick, ist die Kapazität der Jets mit 32 Sitzen eher zu knapp, aber zunächst bedarfsorientiert und damit nachhaltig kalkuliert. Zudem wurden die Abflugzeiten, 7.25 Uhr und 17.25 Uhr, den Bedürfnissen der Industrie angepasst, die etwa 90 Prozent der Passagiere stellt. Zwei Zeitfenster, die besonders in Düsseldorf schwierig zu bekommen waren und die sich die Fluglinie nach dem Weggang von Air Berlin sichern konnte.

Flug hin und zurück ab 199 Euro

Mit kleinen Flugzeugen können jedoch keine Billigflüge angeboten werden. So wird der Flug hin und zurück ab 199 Euro kosten.

Tvergaard sieht hohe Nachfrage für Verbindung nach Toulouse

Kristian Tvergaard kann sich gut vorstellen, zukünftig die beiden Jets in den Zeiten zwischen den bestehenden Flügen auch für die Strecken Berlin oder London einzusetzen. Eine besonders hohe Nachfrage sieht er auch von Airbus für eine Verbindung nach Toulouse. Auch zusätzliche Flüge nach Hamburg einzurichten, zum Beispiel zu Messezeiten, sieht er im Bereich des Machbaren. Während Tvergaard spürbar aufs Gaspedal drückt, möchte es Claus-Dieter Wehr lieber langsam angehen. „Wir konzentrieren uns erst einmal darauf, die bestehenden Flüge zu etablieren“, sagt der Flughafen-Chef. Man setze auf nachhaltige Entwicklung und mache deshalb einen Schritt nach dem anderen.