Ausgerüstet mit einer Kamera sollen die Flugzeuge helfen, vermisste Personen im Wasser zu finden und die Aufnahmen zu dokumentieren. Doch nicht genug der Herausforderung: Maximal 1,5 Meter darf die Spannweite betragen, denn demontiert soll der Senkrechtstarter in eine Kiste von 1,5 Meter Länge und 50 Zentimetern Höhe und Breite passen.

Innovationspreis lockt

Bereits Mitte 2017 ging die Ausschreibung des Wettbewerbs an alle Luft- und Raumfahrtfakultäten der deutschen Hochschulen. Drei Teams haben sich der Herausforderung gestellt und kämpfen um den Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt in Kooperation mit dem Dornier-Museum in Friedrichshafen und im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre Senkrechtstarter DO 31“.

Das Team "Aixtricate" der FH Aachen mit Jona Hippe, Judith Weinmann, Johannes Helbrecht und Niklas Lux: Ihr Fluggerät bleibt immer in der Horizontalen und wird mit zwei Propellern an den Tragflächen nach oben und mit einem am Heck nach vorne beschleunigt.
Das Team "Aixtricate" der FH Aachen mit Jona Hippe, Judith Weinmann, Johannes Helbrecht und Niklas Lux: Ihr Fluggerät bleibt immer in der Horizontalen und wird mit zwei Propellern an den Tragflächen nach oben und mit einem am Heck nach vorne beschleunigt. | Bild: Anette Bengelsdorf

„Erst als ich in den Achtzigerjahren meinen Pilotenschein gemacht habe, war mir klar, wie gefährlich es war, die Do 31 zu fliegen“, sagt Museumsdirektor David Dornier zu der Leistung des Testpiloten Drury Wood, der 1969 mit der Do 31 von München zur Airshow nach Paris flog. Im Alter von über 90 Jahren ließ er es sich nicht nehmen, die Urkunden für die Teilnehmer persönlich zu unterschreiben.

Katastrophe beim letzten Testflug

Dass das mit der Strömung an der Tragfläche beim Senkrechtstarten so eine Sache ist, musste das Team „Akamav“ der TU Braunschweig bei ihrem letzten Testflug leidvoll erfahren. Ihr Modell war so konzipiert, dass der Wechsel vom Senkrecht- in den Horizontalflug mithilfe schwenkbarer Propeller eingeleitet werden konnte. Doch nach einem Absturz half auch der Sekundenkleber nichts und sie mussten mit einem älteren Nurflügel-Modell mit Heckantrieb antreten. Ein Antrieb für beide Flugmodi sei nicht optimal, erklärten die etwas enttäuschten Studenten. An diese Anforderung hat das Team „Aixtricate“ der FH Aachen ihr Modell angepasst. Es kippt nicht, wie der Nurflügler, um 90 Grad, sondern bleibt immer in der Horizontalen und wird mit zwei Propellern an den Tragflächen nach oben und mit einem am Heck nach vorne beschleunigt.

Das Team "Akamav" der TU Braunschweig mit Markus Bobbe, Felix Noeres, Jonas Withelm, Lukas Tyburzy und Yannik Beyer setzt auf ein Nurflügel-Modell mit Heckantrieb.
Das Team "Akamav" der TU Braunschweig mit Markus Bobbe, Felix Noeres, Jonas Withelm, Lukas Tyburzy und Yannik Beyer setzt auf ein Nurflügel-Modell mit Heckantrieb. | Bild: Anette Bengelsdorf

Propeller an hinterer Tragflächenkante

Ganz raffiniert wirkt das Flugobjekt des Teams „Maverix“ des Instituts für Flugsystemdynamik der Aachen Universitiy. Die Propeller sind an der Hinterkante der Tragfläche angebracht. Der „Kippflügler“ wird mit senkrecht gestellter Tragfläche beim Starten zum „Trikopter“ um danach mit horizontaler Tragfläche normal weiterzufliegen.

Das Team "Maverix" der RWTH Aachen mit Jan Tilmans, Anton Schwager und Robin Punselie.
Das Team "Maverix" der RWTH Aachen mit Jan Tilmans, Anton Schwager und Robin Punselie. | Bild: Anette Bengelsdorf

Windkanaltests nicht machbar

Für Tests im Windkanal waren die Modelle zu groß, empirische Fluguntersuchungen konnten aus Zeitmangel nicht mehr gemacht werden. So basieren die Konzepte großteils auf Erfahrung und aerodynamischen Tabellenwerten. Manchmal sei es auch frustrierend gewesen bei 35 Grad in der Werkstatt. „Es gibt Einser-Studenten, die kein Flugzeugmodell zusammenbauen können“, sagt Jury-Mitglied Florian Seibel von Quantum-Systems. So biete der Wettbewerb die Möglichkeit, Erlerntes in die Praxis umzusetzen, sich ins Team einzubringen und Rückschläge wegzustecken. „Das ist es, was man als Ingenieur braucht“, sagt er. Der Sieger wird nach dem Probeflug gekürt. Dann, so Seibel, liege die Wahrheit eventuell auf dem Rasen.