Es ist der achte Elektrorennwagen des Teams. Entwickelt wurde der Rennwagen von rund 45 Studierenden auf deutscher Seite zusammen und mit etwa gleich vielen an der Oregon State University in Corvallis/USA. Dort wurde wieder die Verbrennervariante GFR18c zusammengebaut.

Nachts um 3 Uhr endlich fertig

"Das Team hat in den letzten Tagen und Nächten echt hart gearbeitet", meinten Luisa Diederichs und Jan Kaetker vom Marketing des GFR-Teams, die den "Roll-out", also die erste Präsentation, auch moderierten. "Um 3 Uhr ist er fertig geworden", verriet Luisa Dietrichs.

Benzin-Variante schon in USA getestet

Gefahren ist er also noch nicht, im Gegensatz zum Verbrennerrennwagen in den USA, der vor rund sechs Wochen präsentiert wurde und seine erste Fahrt schon hinter sich hat. Los ging es mit dem neuen Team nach Ende der Rennsaison 2017 im vergangenen Oktober. Da war erst einmal gegenseitiges Kennenlernen und Teambildung angesagt. Mit dabei waren ehemalige Mitglieder vorheriger Teams als Unterstützer (Advisor). Das hat offenbar geklappt. "Das GFA ist wie eine zweite Familie", betonten gleich mehrere Teammitglieder.

Jede Menge Verbesserungen

Zu den Klängen von "Es rappelt im Karton" von "Pixie Paris" wurde der neue Elektrorenner enthüllt. Was ist neu? Die Sprecher der verschiedenen Gruppen erläuterten, dass die elektrischen Inverter leichter geworden sind, der elektrische Antriebsstrang verbessert wurde, ein neues Kommunikationssystem verwendet wird sowie die Aerodynamik an dem Carbon-Chassis, insbesondere am Unterboden und an der Front, verbessert wurden. Eine neue Nase hat er auch.

Das Team der Dualen Hochschule präsentierte ihren neuen E-Boliden im Casino der Caserne.
Das Team der Dualen Hochschule präsentierte ihren neuen E-Boliden im Casino der Caserne. | Bild: Georg Wex

Deutsch-amerikanische Koproduktion

Die verschiedenen Teile wurden gemeinsam über das Internet vernetzt, konstruiert, gebaut sowie schlussendlich beschafft und je nach Entstehungsort zwischen Deutschland und den USA ausgetauscht. "Wir haben es in sieben Monaten wieder mal geschafft, ein völlig neues Auto zu bauen", meinte Luisa Diederichs.

"Das große Ziel ist Hockenheim", erläuterte Luisa Diederichs. Daneben sind Starts des Elektroboliden in Italien und Spanien eingeplant. Auch der Verbrenner komme zu einem Rennen in Spanien nach Europa. "Ein gemeinsamer Start hat für die Teamdynamik im letzten Jahr gefehlt", meint Luisa Dietrichs.

Ziel: Mindestens 2. Platz in Hockenheim

Für den Elektrorennwagen wünsche sich das Team wieder den Erfolg vom vergangenen Jahr, als er mit Platz 2 das bisher bestes Ergebnis in der Formula Student erreichte. Der Verbrennerbolide erreichte im vergangenen Jahr Platz 2 in Michigan, Platz 14 in Österreich und Platz 28 in Hockenheim in Deutschland.

Professor Thomas Kibler (Elektrotechnik) und Professor Holger Purol (Maschinenbau, Konstruktion und Entwicklung) sind beide Ansprechpartner des Teams in der Fakultät Technik der DHBW. Teilweise in Reimform berichteten sie nicht ganz ernsthaft über die Zusammenarbeit. David Pietsch, Innovationsmanager Mobilität der Zukunft, vom Institut für Weiterbildung, Wissens und Technologietransfer (IWT) wies in einem Vortrag auf die große Bedeutung der E-Mobilität in der Zukunft hin.

 

Darum geht es in der Formula Student

Die Formula Student ist ein internationaler Konstruktionswettbewerb für Studenten. Die Idee wurde von der Society of Automotive Engeneers (SEA) in den USA entwickelt und dort 1981 erstmals ein Wettbewerb ausgetragen. 1998 gab es einen ersten Wettbewerb in Europa in Silverstone in Großbritannien. Seit 2006 gibt es die Formula Germany (FSG), die vom Formula Student Germany unter der Schirmherrschaft des Vereins Deutscher Ingenieure ausgerichtet wird. Der Wettbewerb findet in Hockenheim statt. Zu Beginn waren alle Fahrzeuge mit Verbrennermotoren (heute Formula Student Combustion genannt) ausgestattet. Seit 2010 gibt es die Formula Student Electric, seit 2017 die Formula Student Driverless. Es geht in dem Wettbewerb nicht nur um das Fahrpotenzial des Fahrzeugs, sondern in den sogenannten statischen Disziplinen auch um das Engineering für ein fiktive Zielgruppe, Kostenanalyse und eine Business Plan-Präsentation.