Eigentlich beginnt mit der Frühlingszeit auch die jährliche Fahrradsaison. Das aktuelle Wetter jedoch dürfte selbst ausgemachten Fahrradfahrern die Lust auf die erste größere Ausfahrt des Jahres gründlich vermiesen. Doch Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg (DHBW) in Friedrichshafen starten am Samstag unter dem Motto "e-Radria" ihre jährliche Pedelec-Tour. Das e2Rad-Team, bestehend aus acht Studenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen, sieben externen Fahrradbegeisterten sowie Professor Jürgen Brath, will innerhalb von acht Tagen von Friedrichshafen nach Pula an der kroatischen Adriaküste radeln. Die 16 Teilnehmer wollen in acht Tagesetappen eine Strecke von 937 Kilometern und 6700 Höhenmetern absolvieren.

Bereits zum siebten Mal seit 2011 organisieren die Hochschüler unter der Projektplanung von Nicolai Kerschl die Pedelec-Tour. Die Reise ist jedoch nicht als Urlaubsfahrt gedacht, sondern hat für die Studenten einen wissenschaftlichen Hintergrund: "Wir wollen mit unserer Tour neue Erkenntnisse über die Reichweite von E-Bikes gewinnen", sagt Philipp Waldenmeier. Die Räder sind mit entsprechender Technik ausgerüstet, wie Studentin Sonja Miller erklärt: "Wir haben drei unserer Pedelecs mit speziellen Messgeräten ausgestattet. Somit können während der Fahrt alle Leistungsdaten wie beispielsweise der jeweilige Stromverbrauch gesammelt werden." Dadurch erhoffen sich die Teammitglieder eine möglichst genaue Berechnung der Reichweite des Fahrradakkus. Auch Variablen wie Temperatur oder Steigung spielen für die Berechnung laut Phillip Waldenmeier eine wichtige Rolle: "Unsere Tour dient als Langzeitbetrachtung.

Wir wollen testen, wie sich verschiedene Einflüsse auf den Akkuverbrauch auswirken." Doch nicht alle der 16 Teilnehmer werden die Tour auf einem E-Bike antreten: "Wir verfügen nicht über genügend Pedelecs", erklärt Sonja Miller. Geradelt werde laut Aussagen der Studenten bei jedem Wetter, solange es nicht zu kalt sei.

Mit der Planung für die bevorstehende Pedelec-Tour begannen die Hochschüler bereits im Oktober. Die Finanzierung wird von den Studenten mit Hilfe von Sponsoren selbst getragen. Das Teilnehmerfeld ist eine Mischung aus gut trainierten Radfahrern bis hin zu eher ungeübten Freizeitradlern. Pro Tag sollen zwischen 85 und 150 Kilometer absolviert werden. Da eine Akkuladung eines E-Bikes lediglich für eine Strecke von 80 bis 90 Kilometer reicht, müssen die Akkus während eingeplanter Pausen getauscht werden. Zur Betreuung der Teilnehmer wird das Feld von einem Begleitfahrzeug unterstützt: "Das Begleitfahrzeug ist für anfallende Reparaturen von großer Bedeutung. Im vergangenen Jahr hatten wir bereits am zweiten Tag einen Defekt", erzählt Waldenmeier. Daher verfügt das Auto über zwei zusätzliche Pedelecs.

Die Ankunft im kroatischen Pula ist am Samstag, 6. Mai, geplant. Neben dem wissenschaftlichen Hintergrund erhoffen sich die Studenten mit der Pedelec-Tour noch einen zweiten Effekt: "Wir möchten zeigen, dass man die Strecke von Friedrichshafen bis Kroatien auf einem E-Bike schaffen kann", sagt Phillip Waldenmeier. Vielleicht könne man mit der Tour letztendlich die Vorteile eines E-Bikes veranschaulichen, um ihre öffentliche Akzeptanz zu erhöhen.

Verlauf der Pedelec-Tour:

Die achttägige Route des e2Rad-Teams ist für die Teilnehmer und die Pedelecs äußerst anspruchsvoll. Insgesamt müssen 937 Kilometer und 6700 Höhenmeter absolviert werden. Die erste Tagesetappe der Tour startet heute auf dem Gelände der DHBW in Friedrichshafen. Die Strecke führt über 130 Kilometer entlang des Bodensees ins Rheintal bis nach Stuben am Alberg. Am Sonntag folgt die 151 Kilometer lange Strecke bis nach Steinach am Brenner, Österreich. In der kommenden Woche startet die Gruppe am Montag ihre dritte Tagesetappe über 117 Kilometer. Sie führt über die Grenze nach Italien bis nach Niederdorf. Am vierten Tag verläuft die Route über den Kartischer Sattel Pass (1525 HM) bis nach Liesing, nach 131 Kilometern erreichen die Teilnehmer Feistritz an der Gail in Österreich.

Am Mittwoch ist eine Strecke von 131 Kilometern von Feistritz nach Udine in Italien geplant. Dort wird sich die Gruppe eine längere Pause vom Fahrradsattel gönnen und eine Rast von ungefähr einem halben Tag einlegen. Am Donnerstag absolviert die Gruppe mit neuen Kräften dann die mit 82 Kilometern bis Triest in Italien etwas kürzere Strecke. Am Freitag folgt die siebte Tagesetappe und führt das e2Rad-Team entlang der Adriaküste. Nach 109 Kilometern erreicht die Gruppe die Stadt Porec in Kroatien. Die letzte Etappe am Samstag, den 06. Mai führt die Teilnehmer über die letzten 86 Kilometer bis zum diesjährigen Ziel nach Pula in Kroatien (lsc).