Eine Entscheidung musste der Häfler Gemeinderat am Montag in Sachen „Blaue Blume“ nicht fällen. Denn Oberbürgermeister Andreas Brand hatte das Thema am Sonntag von der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Rates nehmen lassen. Übers Wochenende hatte zudem Achim Brotzer, Chef der CDU-Fraktion des Gemeinderats, für einen schärferen Ton gegenüber der „Blauen Blume“ gesorgt. Erst wenn die Kulturinitiative das illegal besetzte Gelände an der Windhager Straße geräumt habe, so die Forderung Brotzers, solle die Stadt über alternative Standorte für die „Blaue Blume“ nachdenken.

Über die Zukunft des studentischen Kulturvereins soll nun in einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats beraten werden. Die nächste Sitzung ist am Montag, 25. April, angesetzt. Bis zur Sitzung am Montag galt das Wort des OB, dass sich am Status quo der „Blauen Blume“ bis zu einer Entscheidung des Gemeinderats nichts ändere.

Grundstück muss geräumt werden

 

Nach Ansicht der Stadtverwaltung müssen die Verantwortlichen der „Blauen Blume“ das städtische Grundstück an der Windhager Straße, auf dem sich die Kulturinitiative illegal eingerichtet hat, räumen. Die Stadt hat dieses Grundstück an einen Bauern zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet. Nach dem sich sowohl die Fraktion der SPD wie die der Grünen für die „Blaue Blume“ stark gemacht hatten, wurde von der Verwaltung geprüft, ob dem Kulturverein alternative Fläche angeboten werden könnten. Beide Parteien wiesen noch einmal daraufhin, dass sie die „Blaue Blume“ unterstützen.

Eine Fläche, die die Stadt auf dem Lernbiotop an der Margaretenstraße anbot, lehnten die Verantwortlichen der „Blauen Blume“ ab. Denn, so die Argumentation des Kulturvereins, dass Konzept verbinde zwingend Kultur und Wohnen. Deshalb sei die Fläche an der Magaretenstraße zu klein. Obendrein hatte es in der zurückliegenden Sitzung des Technischen Ausschusses Kritik an dieser Planung gegeben. Stadtrat Norbert Fröhlich (CDU) hatte beispielsweise gefordert, das Lernbiotop auf keinen Fall einzuschränken.

In der Zwischenzeit wurde von der Stadtverwaltung geprüft, ob dem Kulturverein eine Fläche im Fallenbrunnen angeboten werden könnte. Zwei der untersuchten Flächen liegen beim alten Heizhaus beziehungsweise unmittelbar neben dem Campus der Zeppelin-Universität. Eine weitere Fläche findet sich am nördlichen Ende des Areals, nahe dem Studentenwohnheim. Nach Ansicht der Verwaltung wäre eine dauerhafte Ansiedlung der „Blauen Blume“ im Fallenbrunnen möglich, wenn die nötigen baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Letztere Fläche wäre mit 600 Quadratmetern die kleinste, die beiden anderen umfassen 2300 beziehungsweise 2000 Quadratmeter.

Die Verantwortlichen der „Blauen Blume“ schlagen nun einen runden Tisch mit Gemeinderäten, Vertretern der Stadtverwaltung, der Zeppelin-Universität und der Blauen Blume sowie Rechtsexperten vor. Die Bürgerfragestunde der gestrigen Sitzung nutzte ein Sprecher der Initiative. Er sichert zu, dass sich die Initiative konstruktiv an der Suche nach einer Lösung beteilige.