Am Freitag beginnt das Kulturufer. Damit gehört die Uferpromenade in Friedrichshafen wieder zehn Tage lang den Gauklern verschiedenster Couleur und die Uferanlagen Künstlern aus aller Welt, die abends in den beiden Zelten auftreten. „Der Vorverkauf ist bis jetzt sehr gut gelaufen“, sagt Jürgen Deeg vom Kulturbüro. „Wir haben mehrere ausverkaufte Veranstaltungen und andere, die kurz davor stehen.“

Hacke, Joris & Reichow ausverkauft

eine Karten mehr gibt es für die heutige Lesung von Axel Hacke, sowie für das morgige Konzert von Joris und den Kabarettisten Lars Reichow. Für das Pantomimen-Duo Bodecker & Neander sind nur noch einige wenige Restkarten verfügbar. Auch wer das Konzert der französischen Pop-Chansonette Louane erleben will, sollte sich beeilen: spätestens am Samstag dürfte die letzte Karte weg sein. „Sehr gut läuft Max Mutzke“, sagt Jürgen Deeg, der damit rechnet, das auch dieses Konzert ausverkauft sein wird – ebenso wie die A-cappella-Nacht. Für beide Konzerte gibt es aber noch Karten, und für die übrigen Zeltveranstaltungen sind ohnehin noch genügend Tickets vorhanden.

Warten aufs Kulturufer-Fieber

Noch recht schwach verkauft ist die Vorstellung des Theaters Triebgut, das im kleinen Zelt die Romanze „6 Uhr 41“ auf die Bühne bringt. Im Zentrum steht ein ehemaliges Liebespaar, das sich jahrzehntelang aus den Augen verloren hatte und sich bei einer Zugfahrt wieder begegnet. Auch für die beiden Konzerte von Zélia Fonseca und die Blues- und Soulband des Wieners Norbert Schneider im kleinen Zelt sieht es noch nicht allzu gut aus – vielleicht, weil beide erst um 22 Uhr beginnen, damit sie nicht unter der Lautstärke von Max Mutzke und Louane leiden, die zuvor nebenan im großen Zelt auftreten. Auch der Vorverkauf für die Kindertheater, die an jedem Nachmittag um 15 Uhr im kleinen Zelt stattfinden, läuft noch zögerlich. „Wie hoffen, dass die jetzt noch schwach nachgefragten Veranstaltungen gebucht werden, wenn das Kulturufer läuft, die Straßenkünstler ihre ersten Shows spielen und die Besucher vom Kulturufer-Fieber gepackt werden“, sagt Jürgen Deeg.

Neues Quartier für Straßenkünstler

Für Straßenkünstler wird in diesem Jahr erstmals ein Zeitlimit eingeführt: maximal fünf Tage dürfen sie beim Kulturufer auftreten. Damit soll ein größerer Durchlauf, eine höhere Vielfalt unter den Shows erreicht und verhindert werden, dass es durch den großen Andrang auf eine begrenzte Zahl vom Spielflächen zu Engpässen kommt. In den vergangene Jahren ist die Zahl der Straßenkünstler erfreulicherweise kontinuierlich gestiegen, ohne dass das Kulturufer aber flächenmäßig gewachsen wäre. Auch ein neuer Lagerplatz wird für die Straßenkünstler ausgewiesen: Erstmals sind sie auf dem Parkplatz vor der Alten Festhalle in der Scheffelstraße untergebracht.

Im vergangenen Jahr schlugen die Straßenkünstler ihr Quartier am Miettingerplatz beim Häfler Freibad auf. Damals hatte es vereinzelt Klagen von Anwohnern über Ruhestörung gegeben.

Die Straßenkünstler haben es verdient, für eine gute Show von ihrem Laufpublikum auch bezahlt zu werden. Wird es zu „Weglaufpublikum“ sobald der Hut rumgeht, stellen die Besucher der Attraktivität des Festivals ein Bein; schließlich reisen die „Street-Acts“ nicht als Hungerkünstler an. Kollektive Knauserigkeit spricht sich in der Szene schnell herum und führt unterm Strich nur dazu, dass sich Straßenkünstler künftig andere Spielstätten suchen.

Spaß für die ganze Familie

Tatsächlich gratis sind beim Kulturufer indes zum einen die Angebote des Jugendzentums Molke und zum anderen von Spielehaus und Spielbus. Die Molke organisiert in der Musikmuschel jeden Tag ein Konzertprogramm mit Bands, das über die Jahre immer erstklassiger wurde – Indie, Alternative, Ska, Reggae, Punk, Elektronisches, Soul, Singer/Songwriter, HipHop, das alles ist geboten. Meistens finden zwei Konzerte pro Tag statt; in der Regel das erste ab 17.30 Uhr, das zweite ab 19 Uhr. Beim Bauwagen gleich gegenüber der Musikmuschel bietet die Molke für Teenies außerdem von heute an täglich ab 15 Uhr ein großes Kreativangebot. Dabei wird unter anderem in der „Upcycling“-Werkstatt Dingen neuen Wert verliehen, die sonst als Wohlstandsmüll auf der Halde landen würden.

Die Aktionswiese von Spielehaus und Spielbus hat vom morgigen Samstag an täglich von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Pädagogisch geschulte Mitarbeiter bieten Familien mit Kindern in vielen Werkstätten und einem großen Spielpark alles, was das Miteinander von Groß und Klein fördert: es kann gemalt und geschnitzt werden, eine Bildhauerwerkstatt und sogar eine Schmiede stehen zur Verfügung. An 20 000 Bauklötzen können sich kleine Architekten erproben, in der Bootswerft werten täglich Schiffe vom Stapel gelassen, und auch das Fadendiplom kann wieder erworben werden. Kurz gesagt: Wer Kinder hat und zu Beginn der Sommerferien die Koffer packt, ist selber schuld.

Informationen im Internet: www.kulturufer.de