Friedrichshafens italienische Partnerstadt Imperia erlebten zwei Dutzend Friedrichshafener am Wochenende während der Messe „OliOliva 2016“ aus zwei Blickwinkeln. Die jährliche Messeveranstaltung rund ums Olivenöl und die eigenhändige Ernte von frischem Olivenöl brachte diese wichtige Seite der italienischen Partnerstadt am Mittelmeer näher. Beim gemeinsamen Abendessen mit den Olivenbauern und dem Kulturdezernenten der Stadt wurde eine neue Initiative aus der Taufe gehoben: „Amici di Friedrichshafen“ mit Silvia Masserini als Präsidentin. Diese Bürgergruppe möchte als Partner von „Amici die Imperia“, den hiesigen Partnerschaftsverein dabei unterstützen, die Beziehungen zwischen den Bürgern beider Städte von der Basis her zu entwickeln. Das teilt der Vorsitzende des Häfler Vereins, Ex-OB Josef Büchelmeier mit.

Silvia Masserini, die neue Präsidenten der Initiative, kennt Friedrichshafen und Imperia sehr gut und kann sich vorstellen, dass in den kommenden Jahren neben dem bewährten Schüleraustausch auch Sportler, Chöre, Musiker, Künstler und andere Vereine und Gruppen beider Städte sich begegnen. Das ist auch das erklärte Ziel der „Amici di Imperia“, wie deren Vorsitzender Josef Büchelmeier erklärt: “Wir haben im Vorstand beschlossen, ganz gezielt neue Brücken zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte zu bauen.“ Bereits in diesem Jahr gab es Begegnungen von Sportlern und Musikern auf beiden Seiten, die nun konsequent weiter entwickelt werden sollen.

Das vergangene Wochenende stand aber in Imperia ganz unter dem Zeichen der Oliven und des Olivenöls. Ein Besuch auf den Messeständen zeigte den Häfler Gästen, wie sehr das Olivenöl und dessen Produktion die ganze Stadt und Region prägen. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts war Imperia das Zentrum des italienischen Exports von Olivenöl in alle Welt. Damals waren die wichtigsten Kunden die italienischen Auswanderer in Nord- und Südamerika und Imperia der größte Umschlagplatz des Öls. Was den Friedrichshafenern Zeppelin und die ZF, das ist für Imperia das Olivenöl, das noch heute von zahlreichen Groß- und Kleinbetrieben in alle Welt geht.

Aber nicht nur Verkostungen von Öl und Wein, nicht nur exzellente Abendessen mit regionalen Köstlichkeiten aus dem Meer und den Gemüsegärten machten diese Reise attraktiv. Einer der Höhepunkte war die eigenhändige Ernte der frischen Oliven und das Erlebnis der Ölherstellung in einem „frantoio“, einer Ölmühle. Bei Cristina Armato in Lucinasco, bei Igino Gelone in Imperia und Michel Daprelà in Dolcedo konnten die Reiseteilnehmer selbst Hand anlegen, Oliven von den Bäumen in die Netze schlagen, um nach einigen Stunden Arbeit zu wissen, dass jeder Tropfen Öl eine Kostbarkeit darstellt. Als dann das „grüne Gold“ in die eigene Flasche abgefüllt war, konnten alle mit ganz anderen Augen auf dieses Produkt schauen. Sie hatten die Entstehung des Öls selbst erlebt und danach selbst schmecken können, was dieses Öl aus ligurischen Taggiasca-Oliven so besonders macht.

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