Einstimmig genehmigte der Häfler Gemeinderat am Montag den Bau eines regionalen Innovations- und Technologietransfer-Zentrums (RITZ) im Stadtquartier Fallenbrunnen. In diesem Quartier findet sich neben der Zeppelin-Universität (ZU) auch der Technikcampus der Dualen Hochschule Ravensburg. Bei der Abstimmung im Rat enthielt sich Annedore Schmid von der ÖDP, alle anderen Mitglieder des Rates begrüßten dieses Projekt. Getragen wird das RITZ je zur Hälfte von der Stadt Friedrichshafen und dem Bodenseekreis. Beide werden sich auch die berechneten Folgekosten von 500 000 Euro jährlich teilen. In einer Sondersitzung wird der Kreistag heute über dieses Projekt entscheiden. Oberbürgermeister Andreas Brand sagte eingangs der Beratung über das RITZ, dass an diesem Leuchtturm-Projekt überhaupt nichts wackle.

Wie Tobias Wedi von der städtischen Wirtschaftsförderung dem Gemeinderat schilderte, soll bis Ende 2018 im Fallenbrunnen ein RITZ-Gebäude für rund 13,6 Millionen Euro gebaut werden. Öffentliche Fördergelder in Höhe von sieben Millionen Euro werden dafür zur Verfügung gestellt. Diese Mittel stammen aus einem Wettbewerb, den drei baden-württembergische Ministerien ausgelobt haben. Die Anträge für die Fördergelder seien fristgerecht eingereicht worden, sagte Wedi.

Das RITZ soll auch als Plattform für überbetriebliche Forschung vor allem für kleinere und mittlere Firmen in der Region dienen. Geplant sei, so Wedi, im RITZ eine kleine, zehn Arbeitsplätze umfassende Niederlassung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) einzurichten. In den Labors im RITZ sollen Studenten der nahen Hochschulen mit Profis aus der Praxis zusammenarbeiten.

Alle Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen und Gruppen des Häfler Gemeinderats begrüßten dieses Projekt. „Wir werden das Wagnis mittragen“, sagte Mathilde Gombert für die Grünen. Dies vor allem, weil im RITZ nur zivil nutzbare Produkte entstehen sollen. Für diese Beschränkung hätten sich die Grünen im Vorfeld eingesetzt, so Gombert. Auch Sylvia Hiß-Petrowitz (ÖDP) begrüßte den ausschließlich zivilen Charakter der Einrichtung.

Achim Brotzer, Fraktionschef der CDU, sprach OB Brand ein ganz persönliches Lob aus. Denn dieser habe die Initiative für das RITZ ergriffen. Brand erinnerte seinerseits an das inzwischen geschlossene Existenzgründerprojekt Frieks, für das die Stadt insgesamt ähnlich viel Geld ausgegeben habe, wie jetzt für das RITZ berechnet ist. Brotzer hob, wie auch Eberhard Ortlieb für die Freien Wähler und Dieter Stauber für die SPD, die Bedeutung des RITZ für den regionalen Wirtschaftsraum hervor. Mit der Stiftungsprofessur für Raumfahrt, die die Stadt bezahlt, werde das RITZ ideal ergänzt, sagte Brotzer. Ziel müsse es sein, Unternehmensgründer im RITZ anzusiedeln und dann auch in der Region zu halten. Für den Sprecher der Freien Wähler ist das RITZ eine gute Ergänzung für den Wissenscampus Fallenbrunnen. Und Stauber sieht in dem Projekt eine ideale Förderung des regionalen Raumfahrt-Clusters. Gaby Lamparsky (FDP) appellierte, beim Bau des RITZ die Kosten im Blick zu behalten.