Wie die Stadt auf Anfrage bestätigt, hat das Rathaus bereits im Frühjahr beim Regierungspräsidium Tübingen den Antrag gestellt, an der GMS Graf Soden ab dem Schuljahr 2020/21 eine gymnasiale Oberstufe einzurichten. „Wir gehen von einer Genehmigung durch die Schulaufsicht aus“, heißt es in der Stellungnahme der städtischen Pressestelle. Die sollte in diesem Herbst vorliegen. Klappt das, könnte der erste Jahrgang der Gemeinschaftsschüler, der 2014 mit der fünften Klasse gestartet ist, an ihrer Schule auch das Abitur machen, wenn die Leistungen stimmen.

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Zwei Abi-Züge vorgesehen

Die Stadt rechnet nach eigenen Angaben mit der Einrichtung von zwei Abi-Zügen. Das entspricht bei drei Klassenstufen 93 bis 180 Schüler. Der Platz an der GMS Graf Soden reicht dafür aber nicht. Ursprünglich war angedacht, die GMS-Oberstufe im Schulgebäude der Pestalozzischule zu unterrichten. Über die Raumfrage will die Stadt aber erst entscheiden, wenn die Genehmigung der Schulaufsicht da ist. Über Schulbauten und Zuschüsse dafür müsse man dann mit dem Regierungspräsidium verhandeln.

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Gesetzliche Vorgaben

Die GMS-Oberstufe wird laut Schulgesetz nur genehmigt, wenn sie bis Klasse 10 vier parallele Klassen pro Jahrgang hat. Zweite Voraussetzung: Im zweiten Halbjahr in Klasse 9 kann die Schule davon ausgehen, dass mindestens 60 Schüler auf dem Lernniveau fürs Abitur sind. Diese Schüleranzahl muss sich nicht nur aus der GMS selbst rekrutieren, die die Oberstufe einrichten will. Eingerechnet werden auch Schüler umliegender GMS ohne Oberstufe und Realschüler.

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Die GMS Graf Soden läuft seit 2016 stabil vierzügig und erfüllt damit die Grundvoraussetzung für die Abi-Stufe. Mit der GMS Schreienesch, der Manzenbergschule in Tettnang und der Realschule stimmen die Zahlen offensichtlich, um 60 Schüler für die Abitur-Stufe prognostisch zusammen zu bekommen.

Bisher gibt es an zwei Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg eine gymnasiale Oberstufe: an der Gebhardschule in Konstanz und an der GMS West in Tübingen. Eine Genehmigung der Kultusverwaltung hat inzwischen auch die GMS Alemannenschule in Wutöschingen. Nach Auskunft des Vereins für Gemeinschaftsschulen stünden weitere Kommunen im Land in den Startlöchern.

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