Wie die Staatsanwaltschaft Ravensburg heute Mittag mitteilte, wurde das von Amts wegen eingeleitete Verfahren gegen den ehemaligen Präsidenten der Zeppelin Universität (ZU) gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Der nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Karl-Josef Diehl fünfstellige Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung sowie an die Staatskasse sei von Jansen inzwischen bezahlt worden.

Der damalige ZU-Stiftungsvorstand Werner Allgöwer (links) mit Stephan A. Jansen, Präsident der Zeppelin-Universität im Jahr 2015.
Der damalige ZU-Stiftungsvorstand Werner Allgöwer (links) mit Stephan A. Jansen, Präsident der Zeppelin-Universität im Jahr 2015. | Bild: Zeppelin Universität

Gegen den ehemaligen Präsidenten der ZU war wegen des Verdachts des Betrugs im Zusammenhang mit einem an der privaten Universität eingeführten Provisionssystems für die Einwerbung von Drittmitteln ermittelt worden.

Auch die Teilverwendung der Fördermittel für Bonuszahlungen wurde unter die Lupe genommen. Es bestand der Verdacht, dass die Spendengeber, mit denen Förderverträge abgeschlossen wurden, nicht über das Bonussystem aufgeklärt wurden.

Von den Förderbeträgen wurden Provision abgezogen, von denen der größte Teil an Stephan A. Jansen ausbezahlt wurden. Somit wurden Spendengeber über die vollständige Verwendung der Spendengelder getäuscht.

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Im Rahmen der Ermittlungen habe die Staatsanwaltschaft zahlreiche Fördervereinbarungen aus dem Zeitraum 2009 bis 2014 überprüft und Vertreter der Spender, darunter viele namhafte deutsche Unternehmen, zu den Vereinbarungen befragt.

„Trotz zumeist fehlender Aufklärung sowie unzureichender Transparenz sah sich die weit überwiegende Anzahl der Spendengeber nicht getäuscht beziehungsweise geschädigt“, teilt die Staatsanwaltschaft in einer Presseerklärung mit. In diesen Fällen habe kein hinreichender Tatverdacht vorgelegen.

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Lediglich in Einzelfällen war davon auszugehen, so die Staatsanwaltschaft, dass die Fördervereinbarungen in Kenntnis des Provisionssystems nicht oder nicht so abgeschlossen worden wären. „Nur in diesen Fällen konnte aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein Schaden zumindest in Höhe der nicht dem Förderzweck zugute gekommenen Provision angenommen werden.“

Im Hinblick auf die lange Verfahrensdauer, der damit einhergehenden Betroffenheit des Beschuldigten sowie verbleibender rechtlicher Unwägbarkeiten hinsichtlich der Frage der Strafbarkeit wurde das Verfahren mit Zustimmung des zuständigen Amtsgerichts gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.