Für beste Stimmung und gute Laune sorgte am Freitag die Premiere des Bürgerballs im Graf-Zeppelin-Haus. Passend zum Motto "Es lebe der Sport" war der Saal nicht nur als bunte Sportarena herausgeputzt. Auch im Publikum waren neben Anzug und kleinem Schwarzen zahlreiche sportlich inspirierte Mäschkerle zu finden. Egal ob als Fußballer, Cheerleader oder mit Fan-Schal und Vuvuzela-Tröte – der Spaß stand an diesem Abend an allererster Stelle.

Erstmals in seiner neuen Funktion als Präsident des Vereins zur Pflege des Volkstums Friedrichshafen begrüßte Karl Haller in gereimter Form die Narren: "Wir sind die Neuen hier am Karren." Bereits bestens eingespielt ist das Team der Bürgerball-Moderatoren mit dem flugs umgezogenen Präsidenten im Tennishäs, Zunftmeister Oli Venus als Rennfahrer und "Schiri" Wolfgang Ott, sonst bekannt als Zunftbüttel.

Beim vierstündigen Programm jagte ein Höhepunkt den nächsten. Tanz, Musik und humorvolle Wortbeiträge wechselten sich ab, gewürzt mit den nicht immer jugendfreien Witzen der launigen Moderatoren. Den Auftakt machte das Showballett "Paradice", das für seine Tanznummer "Schach" in schwarze und weiße Kostüme geschlüpft ist. Einmal mehr wurden die Herren des Elferrats ihrem Ruf als "schönste Männer im Hafen" gerecht. Als American Footballer zeigten sie nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern gaben noch einen Schuss Erotik dazu. Auch der Zunfttanz mit allen Masken der Narrenzunft Seegockel war ein echter Hingucker. Die Tanzgruppen "Freak Out" und "Maskerade" begeisterten neben ihren Kostümen vor allem durch ihr akrobatisches Können. Publikumslieblinge waren aber einmal mehr die Tänzer des Männerballetts der Buchhorn-Hexen, die walzerselig im Tutu über die Bühne schwebten.

Im breitesten Schwäbisch sinnierte und bruddelte Jörg Weggenmann alias Xaver Scheiffele. Von der alternativen Medizin ("Back to the Rotz") über die Anmeldung zum Marathon ("erst mal als Streckenposten") bis zum verweichlichten Fußballnachwuchs ("Die Eltern laufen mit dem Schirm an der Außenlinie entlang, wenn es regnet") reichte sein Spektrum. Von der Schiedsrichterkluft schlüpfte Wolfgang Ott in den Hausmeisterkittel. Gestützt auf mehrere Bierkästen beleuchtete er den Sport aus der Sicht des Couchsurfers: "Ab und zu kommt meine Jogginghose in die Waschmaschine, damit sie auch mal weiß, was Bewegung ist", glaubt man ihm gerne. Auch wenn es nichts mit Sport zu tun hat, weiß der Hausmeister: "In der Ehe gibt es immer einen, der recht hat – und den Mann." Leider schluckten akustische Probleme den einen oder anderen Gag. Mit etwas zu hohem intellektuellem Anspruch forderte Svenia Bormuth das Publikum als Pippi Langstrumpf heraus. Viel Applaus erhielt Oli Venus als schwäbisch-badischer Spaziergänger für seinen Ritt durch die Häfler Lokalpolitik. Vom Abriss alter Häuser über die Zeppelin-Stiftung und Parkplätze im Fallenbrunnen bis zur OB-Wahl zogen sich seine intelligenten Reime. Dafür gab es am Schluss "Standing Ovations".

Neue olympische Disziplinen stellten Marita Hasenmüller, Angelika Fischer und Sabine Hauke von den "Puschaps" vor. Ihr Fazit: "Mir roicht's, wenn i woiß, dass i kennt, wenn i wett." Da ja im Hafen inzwischen nicht mehr jeder bis 100 zählen kann, schoben sie noch eine aktuelle Strophe hinterher und zogen den an dieser Hürde gescheiterten Kandidat für die Wahl des Oberbürgermeisters durch den Kakao. Mit den "Alten Rittersleut'", einer Schunkelrunde und "You shook me all Night long" von AC/DC mischten die Tuba und die Posaunen und Trompeten der "La Paloma Boys" den Bürgerball auf.

Passend zum Motto "Es lebe der Sport" hatten sich die Jungs von "Just4fun" ins rote Fußball-Dress geworfen. Ihr fetziger Sound war einmal mehr eine echte Bereicherung für den Bürgerball.

 

Die Mitwirkenden

Tanzgruppen: Showballett "Paradice" unter der Leitung von Svetlana Koop; Elferrat als American Footballer; Zunfttanz der Narrenzunft Seegockel unter der Leitung von Dagmar Bücheler; Tanzgruppe "Freak Out" aus Ravensburg unter der Leitung von Birgit Maier und Markus Daviet; Tanzformation "Maskerade" Neukirch unter der Leitung von Anja Lührs-Hofer und das Männerballett der Buchhorn-Hexen unter der Leitung von Ingrid Krafcsik und Christina Herrmann.

Wortstark in der Bütt: Jörg Weggenmann als Xaver Scheiffele, Wolfgang Ott als Hausmeister, Svenia Bormuth als Pippi Langstrumpf und Oliver Venus als schwäbisch-badischer Spaziergänger.

Musik: "Puschaps" mit Marita Hasenmüller, Angelika Fischer und Sabine Hauke; "La Paloma Boys" mit Matthias Beiter und die Bürgerball-Band "Just4fun".

Moderation: Karl Haller, Präsident des Vereins zur Pflege des Volkstums Friedrichshafen, Oliver Venus, Zunftmeister der Narrenzunft Seegockel, und Zunftbüttel Wolfgang Ott.

Regie: Uwe Harting, Thomas Deppler und Tino Jaeger. (rac)