Wie bringt man einen überdimensionalen Fallschirm zum wunderschönen Schwingen? Kein Problem, wenn möglichst viele Hände gemeinsam anpacken. Und eventuelle Sprachprobleme spielen dabei überhaupt keine Rolle. Dass das Ganze auch noch unheimlich Spaß machen kann, das zeigte sich beim Sommerfest der Kulturen, zu dem der Helferkreis Asyl St. Columban in diesem Jahr bereits zum dritten Mal eingeladen hatte. Viele Flüchtlinge und Asylbewerber kamen und verbrachten bei Spiel und Sport, bei geselligem Miteinander, natürlich auch bei gutem Essen und Trinken einen vergnüglichen Nachmittag auf den Wiesen rundum St. Columban. Mit von der Partie waren auch viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die sich um die Menschen aus Syrien, aus Afghanistan und anderen Ländern kümmern, die in der Erstunterkunft in der Paulinenstraße wohnen oder mittlerweile im Rahmen der Anschlussunterbringung eine andere Bleibe in Friedrichshafen gefunden haben. "Unsere Schwerpunkte sind das wöchentliche Asylcafé, die Fahrradwerkstatt, das gemeinsame Fußballtraining am Sonntag und der Deutschunterricht", sagt Annemarie Fricker vom Leitungsteam des Helferkreises.

Gern gesehener Gast war an diesem strahlenden Samstagnachmittag auch Oberbürgermeister Andreas Brand, der nicht nur einen Spendenscheck der Stadt mitbrachte, sondern auch die geleistete ehrenamtliche Arbeit würdigte. "Liebe Häfler Bürgerinnen und Bürger", begrüßte er den großen Kreis der anwesenden Asylbewerber. "Durch den Helferkreis dürfen Sie Heimat und Unterstützung erfahren. Hier gibt es viele Menschen, die in vielfacher Weise helfen, dass es Ihnen bald bessergeht."

Einzugsbereit ist mittlerweile auch die jahrelang verwaiste ehemalige Vikarswohnung im katholischen Pfarrhaus von St. Columban. Dort wird demnächst ein anerkannter muslimischer Flüchtling aus Syrien zusammen mit seiner Freundin einziehen, wie Pfarrer Markus Hirlinger vermeldet.

Helferkreis Asyl

Seit Frühjahr 2014 treffen sich nach Angaben der Kirchengemeinde St. Columban etwa 30 Ehrenamtliche aus den verschiedensten Bereichen und Konfessionen in St. Columban, um den Asylsuchenden in einer guten Willkommenskultur zu begegnen und konkrete Hilfen zu ermöglichen. Man kooperiert eng mit dem Landratsamt und den Mitarbeitern vor Ort. Bedarf an Unterstützung wird in folgenden Bereichen gesehen: Café Miteinander in der Paulinenstraße 35, Patenschaft für einzelne Personen oder ganzer Familien, Sprachkurs vor Ort, Einkaufshilfen, Finanzierung kleiner und größerer Haushaltsgeräte, Sachspenden, alte Fahrräder besorgen und herrichten, Möbel transportieren, Begleitung bei Behördengängen, Arztbesuche begleiten, Kindergartenanmeldung, Ausbildungsvermittlung, Bücher für Sprachkurse, Wohnungssuche, Kinderbetreuung, Feste und verschiedene Begegnungen.