In den ersten sechs Monaten 2016 stieg der Umsatz einer Pressemitteilung des Unternehmens nach auf 17,8 Milliarden Euro und das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) auf 1,1 Milliarden Euro. Die Nettoschulden verringerten sich demnach auf 7,2 Milliarden Euro. Die Geschäftszahlen seien nur bedingt mit dem Vorjahreszeitraum vergleichbar, da das erste Halbjahr 2015 maßgeblich durch Sondereffekte aus dem Kauf des US-Automobilzulieferers TRW und dem Verkauf des 50-prozentigen Anteils an ZF Lenksysteme geprägt gewesen sei. „Unsere verbesserte operative Performance und realisierte Synergien im Rahmen der Integration von ZF TRW haben unsere bereinigte EBIT-Marge im ersten Halbjahr deutlich steigen lassen“, kommentiert ZF-Finanzvorstand Konstantin Sauer die Geschäftszahlen.

Der Konzernumsatz von ZF betrug im ersten Halbjahr 17,8 Milliarden Euro. Dies entspreche einem organischen Wachstum von fünf Prozent, wenn man den aktuellen Zahlen den zusammengerechneten Pro-Forma-Umsatz von ZF und ZF TRW vom 1. Januar bis 30. Juni 2015 gegenüberstellt, teilt das Unternehmen weiter mit. Wechselkursschwankungen hätten das Wachstum leicht gedrückt. Bereinigt um Währungseffekte und sonstige Käufe und Verkäufe lag das Wachstum nach ZF-Angaben bei zwei Prozent.

Trotz schwankender Wechselkurse schätzt ZF die Geschäftsentwicklung für das Gesamtjahr 2016 stabil ein und prognostiziert einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro, eine bereinigte EBIT-Marge von rund sechs Prozent und eine bereinigte EBITDA-Marge von über zehn Prozent.

„Den Schwung aus dem ersten Halbjahr mit einer deutlich verbesserten Marge wollen wir trotz teilweise herausfordernder Rahmenbedingungen für das gesamte Geschäftsjahr aufrecht erhalten“, sagt ZF-Chef Sommer. „Gleichzeitig müssen wir vor allem die deutschen Standorte mit einer erhöhten Flexibilität und angepassten Kostenstrukturen wettbewerbsfähiger machen.“

Elektromobilität mit Wachstumsperspektive

Die Automobilumsätze von ZF wuchsen den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2016 insbesondere in Nordamerika und Europa. Bereinigt um Wechselkurse und M&A-Effekte konnte ZF auch in der Region Asien-Pazifik ein leichtes organisches Umsatzwachstum verzeichnen. In der Nutzfahrzeugtechnik standen einem soliden Wachstum in Europa schwache Märkte in Russland und Südamerika entgegen. Die insgesamt deutlich gestiegenen Umsätze in der Division Industrietechnik gehen einerseits auf den Zukauf der Großgetriebesparte von Bosch Rexroth zurück und andererseits auf hohe Wachstumsraten in der Windkraft. Rückläufig war hingegen das Geschäft in der Baumaschinenbranche. Rund sieben Prozent der ZF-Konzernumsätze stammen aus dem Bereich Industrietechnik.

Erstmals ausgewiesen ist der Umsatz der im Januar neu gegründeten Division E-Mobility in Höhe von 407 Millionen Euro. In dieser Division hat ZF alle Aktivitäten zur Elektromobilität für die Automobilbranche gebündelt. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass der Markt für hybride oder rein elektrische Fahrzeuge bis 2025 um den Faktor sieben bis zehn wachsen soll. „Von diesem Wachstum werden wir mit unserer einzigartigen Systemkompetenz bei der Integration von Fahrwerk, Antriebsstrang und Elektronik profitieren und den Markt mitgestalten“, sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Sommer.

Schulden weiter zurückgefahren

Das um den Sondereffekt aus der TRW-Kaufpreisallokation bereinigte operative Ergebnis (EBIT) betrug im ersten Halbjahr 1,1 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2015 hatte insbesondere der Verkauf von ZF Lenksysteme sowie ein Teil der TRW-Kaufpreisallokation das EBIT maßgeblich beeinflusst. Bereinigt um diese Sondereffekte konnte ZF seine EBIT-Marge um 1,8 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent steigern. Gründe hierfür waren insbesondere eine bessere operative Performance im gesamten Produktportfolio sowie Synergien mit ZF TRW. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs auf 1,9 Milliarden Euro, was einer EBITDA-Marge von 10,7 Prozent entsprach.

Der um Effekte aus Unternehmenskäufen und -verkäufen bereinigte operative Free Cash Flow summierte sich im ersten Halbjahr 2016 auf 401 Millionen Euro und liegt um 229 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau. Damit und aus bestehender Liquidität konnten die Schulden aus der TRW-Übernahme um brutto knapp 500 Millionen Euro weiter verringert werden. Die Nettofinanzverbindlichkeiten sanken im ersten Halbjahr um 175 Millionen Euro auf 7,2 Milliarden Euro. Der Erlös von rund 450 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf des Geschäftsfelds Befestigungssysteme und Komponenten zum 1. Juli 2016 fällt ins zweite Halbjahr und ist in diesen Zahlen noch nicht enthalten.

Im April hat die Ratingagentur Standard & Poor’s die Bonitätsbewertung von ZF um eine Stufe auf BB+ angehoben. Im Juni stufte Moody’s das Rating ebenfalls eine Stufe höher mit Ba1 und einem positiven Ausblick ein. „Die verbesserte Einstufung durch die Agenturen bestärkt uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ziel ist und bleibt die Erreichung eines Investment-Grade-Ratings“, sagt Finanzvorstand Sauer. Aufgrund der verbesserten Ratings, der konsequenten Schuldentilgung und des günstigen Marktumfelds konnte ZF seinen bisherigen syndizierten Kredit zu besseren Konditionen sowie mit angepassten Laufzeiten refinanzieren. Damit verbunden ist die deutliche Ausweitung der vertraglich zugesicherten Kreditlinien auf insgesamt 3,5 Milliarden Euro, was die Liquiditätsreserve von ZF weiter erhöht.