Das Staunen hat sich bei Simona Sohm auch Wochen nach der Wahl noch nicht gelegt. „Ich dachte immer: Das schaffe ich nie“, sagt die gelernte Krankenschwester und lächelt. Dabei lagen ihre Chancen, gewählt zu werden, auf Listenplatz Nummer 3 freilich nicht schlecht. Über 4500 Bürger wählten die 57-Jährige, die bisher eher wenig in der Öffentlichkeit stand.

Sie kennt die Stadt und ihre Menschen

Alteingesessene bringen den Namen Sohm noch mit dem gleichnamigen Café in Verbindung, das sich in der Riedleparkstraße 11 befand (heute China-Restaurant Peking). Hier stand der Schwiegervater am Tresen. Die 57-Jährige Simona ist mit Maximilian Sohm, Elektroniker bei ZF, verheiratet und lebt mit ihm in der Eugenstraße. Die drei Kinder (31, 29 und 21 Jahre alt) sind bereits ausgezogen. Mit vier Jahren kam die Anästhesie-und Intensivkrankenschwester aus Slowenien mit den Eltern nach Friedrichshafen, wo sie ihr bisheriges Leben verbrachte. „Ich kenne diese Stadt“, sagt sie, „und ich kann gut zuhören.“

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Krawall können andere besser als sie

Sohm, die heute in der ambulanten Altenpflege arbeitet, ist eine Frau der leisen Töne. Krawall können andere Netzwerker besser als sie. „Ich kann Ihnen nix präsentieren, was ich jahrelang schon durchknete“, sagt sie, „aber ich bin jetzt da, ich bin offen für alle Menschen.“

„Man muss denen, die hier leben, doch zuhören!“

Ihr sei in erster Linie wichtig, den Häflern erstmal zuzuhören. Sie selbst habe sich in dieser Stadt nämlich oft zu wenig gehört gefühlt. Zum Beispiel, als die Fränkel AG in der Nachbarschaft ein altes Haus abriss, um dort einen fünfstöckigen Flachdach-Bau zu schaffen. „Wir haben Einspruch erhoben, alles wurde abgeschmettert“, sagt Sohm, „man muss doch denen, die da leben zuhören.“ So kamen die Sohms zum Netzwerk, wo sie „zum ersten Mal gehört wurden.“

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Beim Thema Wohnraum geht es auch ums „Wie“

Dass die Stadt Wohnraum schaffen muss, sei klar. Doch ihr gehe es ums „Wie“: „Glauben Sie im Ernst, dass sich diese Mieten dort irgendeine normale Familie leisten kann?“

Soziales und Kultur – das sind ihre Themen

Stärkung des sozialen Wohnungsbaus, Verbesserung des Schulessens, bessere Infrastruktur im Pflegebereich, mehr Wertschätzung für pflegende Berufe, ein vielfältigeres Angebot für Jugendliche, mehr Kultur – das sind Simona Sohms Themen. Als Frau, Mutter und Krankenschwester fühle sie sich den Themen Soziales und Kultur nahe und wird auch im Kultur- und Sozialausschuss sitzen.

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