Weil sich Senioren eine Begegnungsstätte in der Stadt wünschten, eröffnete 1988 das Haus Sonnenuhr in der Paulinenstraße. Mit der Zeit sind in Zusammenarbeit mit der Stadt und vielen ehrenamtlichen Helfern abwechslungsreiche Angebote entstanden. "Durchschnittlich gehen bei uns 400 bis 500 Männer und Frauen über 55 Jahre jeden Monat ein und aus. Ich arbeite daran, dass es noch mehr werden", sagt Monika Hecht, Mitglied im Beirat der "Sonnenuhr", bei einem Pressegespräch.

Nicht jeder Besucher komme, um beim Programm mitzumachen. Viele seien einfach da, um mitander zu reden, sich zusammen an frühere Zeiten zu erinnern, Gesellschaftsspiele zu spielen oder zu singen. "Ich muss sagen, die Sonnenuhr ist mein Kind. Und ich bin sehr stolz auf alles, was wir als Team bisher geleistet haben", sagt Hecht.

Höhepunkt in diesem Jahr ist das 30-jährige Bestehen des Seniorenhauses, das mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, 22. September, 11 bis 16.30 Uhr, gefeiert wird. Neben Schnupperangeboten in Tanz, Gedächtnistraining und Gymnastik können Besucher das Mal-Atelier, die Holzwerkstatt und die weiteren Räumlichkeiten erkunden. "Lustig wird's dann um 14 Uhr. Da tritt Clown Dido auf. Die Vorstellung ist für Klein und Groß gedacht", sagt Tanja Abele, Familienbeauftragte der Stadt, "Wir wollen das Haus präsentieren und alles zeigen, was es zu bieten hat. Ziel ist natürlich, Senioren zu werben, die noch nie da waren."

Die Bewirtung in Form von Kaffee und alkoholfreien Getränken, Kuchen und Gegrilltem übernimmt an diesem Tag das Haus Sonnenuhr selbst. "Man wird ja nicht jedes Jahr 30. Da kann man seine Gäste schon mal einladen", sagt Abele schmunzelnd. Jährlich bekommt die Begegnungsstätte einen Zuschuss der Zeppelin-Stiftung in Höhe von 100 000 Euro. "Das Haus Sonnenuhr ist uns wichtig. Gerade, damit ältere Menschen den Kontakt zu ihrer Umwelt nicht verlieren. Viele Senioren sind alleine, wenn beispielsweise der Partner stirbt und die Kinder aus Friedrichshafen weggezogen sind", sagt Yalcin Bayraktar, Leiter des Amtes für Soziales, Familie und Jugend. Das Haus biete ideale Möglichkeiten, der "Alltagseinsamkeit" zu entfliehen.