Friedrichshafen wird in diesem Juli erstmals eine Seebühne bekommen. "Sommerinsel" soll sie heißen und im Uferabschnitt vor dem Graf-Zeppelin-Haus andocken. Vom 14. bis 23. Juli werden dort Kulturveranstaltungen stattfinden. Bekanntgegeben hat dies das Graf-Zeppelin-Haus auf seiner Facebook-Seite. Bei dem Projekt handelt es sich denn auch um eine Initiative des GZH und seines Leiters Matthias Klingler.

Drei Veranstaltungen sind bereits fix eingeplant, verrät auf Anfrage Monika Blank, Pressesprecherin der Stadt: am 21. Juli findet auf der nicht überdachten Bühne das "Jazzport Summer Special"-Konzert statt, am 22. Juli das "Summer Winds"-Konzert des Stadtorchesters und am 23. Juli eine Matinee, veranstaltet vom Kulturbüro.

Damit fällt der Startschuss für ein Veranstaltungsformat, das sich im Kalender etablieren soll: "Wenn das Konzept funktioniert – und davon gehen wir aus – ist eine Wiederholung oder auch ein Ausbau des Angebots natürlich geplant", sagt Monika Blank. Im ersten Jahr will man sich auf "einheimische Kulturprotagonisten" konzentrieren, aber für die Zukunft kann man sich auch große Namen vorstellen. So schwebt GZH-Chef Klingler angeblich ein Konzert der amerikanischen Rockmusikerin Melissa Etheridge vor. Klingler war für ein Gespräch heute aber nicht zu erreichen.

144 Quadratmeter wird die Häfler Seebühne messen – 16 Meter breit, neun Meter tief, und sie soll sehr ufernah liegen: "Der Zugangssteg ist acht Meter lang", so Monika Blank. Sie fügt an: "Die Mietkosten für die Bühne und auch die technischen Kosten werden aus dem Budget des GZH gedeckt. Die Kosten liegen im fünfstelligen Bereich. Dem gegenüber stehen natürlich auch Mieteinnahmen." Die Sommerinsel soll eine Art Multifunktionsplattform werden. "Sie wird vom GZH vermietet an Unternehmer für gastronomische Veranstaltungen, zum Beispiel Firmenfeiern oder Galaabende", sagt Blank. "Auch andere Veranstalter wie das städtische Kulturbüro oder Vereine können die Seebühne mieten."

Interessant ist der Zeitpunkt, zu dem die Sommerinsel betrieben wird: Zwischen ihrem letztem Betriebstag am 23. Juli und dem Beginn des Kulturufers liegen gerade mal fünf Tage. Man darf gespannt sein, ob bei einer Ausweitung des Programms die Sommerinsel und das Kulturufer auf Dauer zu einem größeren Kultur-Event zusammenwachsen werden. Losgelöst von dieser Frage, in einem anderen Zusammenhang, sagt Monika Blank: "Das Angebot soll gesund wachsen, Neugier wecken und sich im Veranstaltungskalender der Stadt etablieren. Welche Künstler dann in Zukunft auftreten werden, ist noch offen. Das lässt sich noch nicht sagen."