Deutlich teurer als bisher geplant werden die Sanierung und der Umbau der beiden Schulhöfe des Häfler Karl-Maybach-Gymnasiums (KMG). Die Stadtverwaltung geht nun von rund 1,3 Millionen Euro aus. Bisher waren im Haushaltsplan 760 000 Euro vorgesehen. Die Mitglieder des Finanz- und Verwaltungsausschusses werden sich während ihrer nächsten öffentlichen Sitzung am kommenden Montag mit der Finanzierungslücke beschäftigten. Die Verwaltung beantragt zur Finanzierung überplanmäßige Ausgaben in Höhe von 560 000 Euro. Nach dem bisherigen Fahrplan der Verwaltung soll der Gemeinderat am Montag, 20. November einen endgültigen Beschluss fassen. In der ersten Jahreshälfte 2018 könnten dann die Arbeiten beginnen. Gestartet werden soll mit dem nördlichen Schulhof. Mit dem Umbau des südlichen Schulhofs soll erst danach begonnen werden. "Vonseiten der Schule ist hier ein umfangreicheres Beteiligungsverfahren durch die Schüler vorgesehen. Die Ergebnisse dieser Beteiligung sollen soweit als möglich im laufenden Planungsprozess und bei der späteren Umsetzung berücksichtigt werden", heißt es in der Vorlage für die Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses dazu.

Die deutliche Kostensteigerung wird seitens der Verwaltung damit begründet, dass dem vorausgehenden Beschluss des Gemeinderats im Februar nur eine Kostenschätzung zugrunde lag. "Die nun vorliegenden Kosten basieren auf einer ausgearbeiteten Planung und stellen damit eine Kostenberechnung dar", lautet die Begründung der Verwaltung. Außerdem wird auf die nötigen aufwendigen Arbeiten verwiesen. "Aufgrund der geografischen Lage und beispielsweise fehlender Rasenflächen müssen beim KMG sämtliche Baumaßnahmen innerhalb eines bestehenden Baubestands durchgeführt werden. Diese Arbeiten sind sehr aufwendig und ergeben dadurch einen Baukostenpreis je Quadratmeter, der deutlich über dem Durchschnitt anderer Baumaßnahmen liegt. Aufgrund der im Vergleich zu anderen Schulhöfen (Ailingen, Schreienesch, Graf Soden) sehr geringen Außenfläche, muss hier 'die kleinste Restfläche', die sonst nicht bearbeitet würde, in die Planung mit einbezogen werden, um eine entsprechende Verbesserung der Außenanlage erreichen zu können", heißt es in der Vorlage zur Sitzung des Ausschusses am Montag.

Blick aus einem Kellerraum auf den im Karl-Maybach-Gymnasium scherzhaft genannten "Burggraben", der entfernt werden soll.
Blick aus einem Kellerraum auf den im Karl-Maybach-Gymnasium scherzhaft genannten "Burggraben", der entfernt werden soll. | Bild: Toni Ganter

Der Verwaltung ist es wichtig, ein durchdachtes und in sich stimmiges Gesamtkonzept für das KMG umzusetzen. Als eine der größten Schulen besitze das KMG im Verhältnis die kleinste Außenanlage mit einem entsprechend eingeschränkten Angebot. Da das städtische Gymnasium als ganztagsähnliche Schule einzustufen sei, sei ein ausreichendes und attraktives Bewegungsangebot für die Schülerinnen und Schüler nötig.

Im Februar dieses Jahres hatte der Gemeinderat beschlossen, aus restlichen Mitteln des aktuellen Haushalts 545 000 Euro für Sanierung und Umbau der beiden Schulhöfe des KMG bereit zu stellen. Die weiteren noch anstehenden Sanierungen von Schulhöfen wurden auf die Folgejahre verschoben.