Normalerweise seien die Passagierzahlen des Flughafen Friedrichshafens stabil. Das sagte Klaus-Dieter Wehr, Geschäftsführer der Flughafen Friedrichshafen GmbH, im Kreistag. Durch unerwartete Insolvenz der Intersky Fluggesellschaft sei es im vergangenen Jahr allerdings zu erheblichen Einbrüchen gekommen: Die belgische Regionalfluggesellschaft VLM sollte die Strecken, die Intersky bediente, eigentlich weiterführen. Durch Altlasten bedingt musste aber auch VLM Insolvenz anmelden, was einer der Gründe für einen Rückgang der Passagierzahlen von 6,07 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sei, wie Wehr erklärte.

Das bedeutet im Linien- und Touristikverkehr einen Rückgang um circa 40 000 Passagiere. Das Jahresergebnis für 2015 mit 1,593 Millionen Euro Verlust ist im Vergleich zum Vorjahr um circa 1,1 Millionen Euro Verlust gestiegen. Klaus-Dieter Wehr bezeichnete das Geschäftsjahr 2015 als ein Jahr, in dem es auf und ab ging. Als einen der Hauptgründe für die negative Bilanz nennt Wehr neben der Insolvenz der Fluglinie die Verschuldung aus einer Kreditlinie mit circa 864 000 Euro und daraus resultierenden Zinsen. "Sonstige betriebliche Maßnahmen" hätten mit 800 000 Euro zu Buche geschlagen.

Auf Anfrage Dieter-Alfons Hornungs (CDU) was das für Maßnahmen seien, erklärt Wehr, dass durch Umstellungen ein eigener Personalstand für die Sicherheit aufgestellt werden musste und sich nicht mit den eingesparten Ausgaben deckte, was in den sonstigen Ausgaben verbucht sei. Auch seien mit der jährlichen Tilgung und den Investitionen Ausgaben da, die erst einmal erwirtschaftet werden müssten. Roland Biniossek (Linke) bemängelte, dass man neben der Entschuldung auch andere Bereiche angehen müsse, andere Szenarien einbeziehen solle. Wehr erwiderte darauf, dass es eine politische Frage sei, ob man den Flughafen Friedrichshafen wolle oder nicht. Diese Aussage wurde mit Beifall gewürdigt. Norbert Zeller (SPD) sieht wie Wehr Handlungsbedarf auch beim Land, wo Entscheidungen nicht getroffen und auf die lange Bank geschoben würden. Als politischer Körper solle der Landkreis einen Brief an Stuttgart richten, um diese Dinge voranzutreiben.