Strahlend erscheint der neue Rektor der Häfler Schreienesch-Schule zum Gesprächstermin und ist noch ganz erfüllt von der Einschulungsfeier seiner neuen Erstklässler. Kai Nopper kennt viele Häfler und viele Häfler kennen ihn. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er selbst ein Kind Friedrichshafens ist und bereits mit vielen Eltern seiner Schüler eine gemeinsame Schulkarriere hatte.

Nach Stationen an Schulen in Bad Schussenried und Sigmaringen wechselte der 42-Jährige 2008 zurück an den See an die damalige Graf-Soden-Realschule. Dort besetzte er relativ schnell einen Platz im Schulleitungsteam und ab 2013 die Stelle des Konrektors der heutigen Gemeinschaftsschule Graf Soden. Persönliche und gute Zusammenarbeit sei ihm sehr wichtig und Voraussetzung für das Vorankommen und Erreichen gemeinsamer Ziele. Nopper verwies auf die interne Umsetzung des Konzepts, die Soden-Realschule vor drei Jahren in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln. Und er nannte die Zusammenarbeit mit Thomas Strobel, dem ehemaligen Rektor der Schreienesch-Schule, der zeitgleich die Grund- und Hauptschule in eine Gemeinschaftsschule umwandelte. Die beiden kannten sich aus dem staatlichen Seminar Meckenbeuren, an dem sie Schulrecht unterrichteten. Und so war es Nopper ein Bedürfnis, sich für die im April ausgeschriebene Stelle von Strobel zu bewerben.

Auf seine ersten Schulwochen blickt Kai Nopper sehr positiv zurück. „Ich habe hier eine großartige Schule übernommen mit einem motivierten Kollegium und fühle mich bereit für die Einführung der Oberstufe“, sagt er. Allerdings sei ihm schon nach wenigen Tagen klar geworden, dass die Schule einen Erweiterungsbau benötige. Sein Konzept von Gemeinschaftsschule bedeute nicht "Selektieren und Sortieren“, sondern „Differenzierung“ und dafür brauche man Platz. Dafür muss einiges an Grünflächen weichen: „In diesen sauren Apfel müssen wir beißen, um die Gemeinschaftsschule auch als Ganztagsschule umzusetzen und zukünftig die Vision einer Oberstufe integrieren zu können.“ Man müsse als Schule den veränderten Bedürfnissen und Anforderungen von Eltern und Schülern entgegenkommen. „In so einer Stadt wie Friedrichshafen mit ZF und MTU kommen Familien von überall her und erwarten die Integration ihrer Kinder in der Schule, ganz egal welchem Bildungskonzept oder Leistungsniveau sie bisher unterlagen. Darauf müssen wir mit Ausbau und Konzeptentwicklung reagieren“, macht der Rektor klar.

Umgesetzt wird seit diesem Schuljahr der neue Sportzug ab Klasse fünf, der etwas weggeht vom üblichen Breitensport durch Angebote wie zum Beispiel Klettern oder Rudern. Auf die Frage, was Nopper selbst in seiner Freizeit macht, gibt es ein kurzes Lächeln, denn Freizeit sei für ihn im Moment fast ein Fremdwort, sagt er. Im Privaten, berichtet der Familienvater mit leuchtenden Augen, warte Einiges auf ihn. Da sei es für ihn wichtig, das Thema Schule einfach mal hinter sich zu lassen und sich mit seiner Frau sowie mit seinen Kindern Noah (12) und Nele (8) auch anderen Themen zu widmen und gemeinsam Zeit zu verbringen wie beispielsweise den Sommer im Häfler Strandbad.

Neben der Vermittlung von Heimatgefühlen, beispielsweise durch seine Arbeit im Seehasenfestpräsidium, legt der Häfler auch sehr viel Wert auf internationale Beziehungen und einen entsprechenden Austausch. Mit der Schülerschaft und den Partnerstädten Polozk oder Sarajevo hält er regen Kontakt. Und er kann dabei zwei sehr wichtige Aspekte beobachten. „Zum einen trauen sich unsere Schüler in diesen Städten, viel mehr Englisch zu sprechen, da sie keinen englischen Muttersprachlern gegenüberstehen. Zum Anderen wird durch gemeinsame Erlebnisse die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler intensiviert und von beiden als sehr positiv empfunden.“ Kooperationen werde es auch in Zukunft mit seiner ehemaligen Chefin, Iris Engelmann, von der Gemeinschaftsschule Graf Soden geben. Beispielsweise, wenn es um das Einrichten einer gemeinsamen Oberstufe und möglicherweise auch den ein oder anderen Austausch mit der deutschen Schule in Cuenca (Ecuador) geht, die sein Vorgänger Thomas Strobel im Sommer übernommen hat.

Zur Person

Kai Nopper wurde 1975 in Friedrichshafen geboren, ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Nach der Mittleren Reife an der Graf-Soden-Realschule machte er das Abi im Ernährungswissenschaftlichen Gymnasium an der Häfler Droste-Hülshoff-Schule. Schließlich studierte er Lehramt an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten. Von 2013 bis 2017 war er Konrektor der Gemeinschaftsschule Graf Soden. Nopper ist seit 30 Jahren Mitglied des Sportvereins FC Friedrichshafen und engagiert sich als Mitglied im Präsidium des Seehasenfestausschusses und ist dort verantwortlich für den Festumzug.

Ferner ist er Vorstandsmitglied des Freundeskreises des Häfler Schulmuseums. Seine Hobbys sind die Familie, Lesen, Badminton und Joggen.