Der Rückzug der österreichischen Fluglinie People's Viennaline vom Flughafen Friedrichshafen kam für das Management des Bodensee-Airports gestern mehr als überraschend. Noch tags zuvor empfing Flughafenchef Claus-Dieter Wehr die Crew einer Viennaline-Maschine auf dem Flugfeld, die den 100. Flug nach Wien durchgeführt hatte.


Ein Flugzeug der Regionalfluggesellschaft People's Viennaline landet am 02.11.2016 auf dem Bodensee-Airport in Friedrichshafen (Baden-Württemberg). Ein Kurzstreckenjet des Typs Embraer 145 verbindet künftig den Bodensee-Airport mit dem Schweizer Flugplatz Altenrhein und den Flughafen Köln/Bonn.
Ein Flugzeug der Regionalfluggesellschaft People's Viennaline landet am 02.11.2016 auf dem Bodensee-Airport in Friedrichshafen (Baden-Württemberg). Ein Kurzstreckenjet des Typs Embraer 145 verbindet künftig den Bodensee-Airport mit dem Schweizer Flugplatz Altenrhein und den Flughafen Köln/Bonn. | Bild: Felix Kästle (dpa)

Original Neapolitanerschnitten gab es als Mitbringsel für den Geschäftsführer. Der wusste da offenbar noch nichts davon, dass nicht nur die Verbindung in die österreichische Hauptstadt ab dem 15. April eingestellt wird, sondern auch die Strecke von Altenrhein nach Köln mit Zwischenlandung in Friedrichshafen, die als kürzester internationaler Linienflug für Schlagzeilen gesorgt hat.

Man müsse "mit großem Bedauern" zur Kenntnis nehmen, dass sich der Markt nicht so entwickelt habe wie erwartet wurde, teilte die Fluggesellschaft gestern mit. Die Auslastung der Köln-Flüge habe sich nur zögerlich verbessert. "Wir glauben nicht, dass wir das anvisierte Passagierziel erreichen können", erklärte Eigentümer Markus Kopf. Im März nutzten nach Angaben von People's Viennaline 2300 Passagiere diese Verbindung. Die Fluggesellschaft hatte extra eine zweite Maschine für die Strecke gekauft, um zwei Umläufe pro Tag nach Köln anzubieten.

Auch Claus-Dieter Wehr bedauert den Rückzug der österreichischen Fluggesellschaft. Mit dem Ausstieg von People's Viennaline streicht schon die dritte Fluggesellschaft binnen eineinhalb Jahren auf der Strecke nach Nordrhein-Westfalen die Flügel. Der Bodensee Airport muss erneut Ausschau nach einem Anbieter suchen. Mit Hochdruck arbeite das Management am Aufbau von Alternativen, um die jetzt entstandene Lücke im Angebot umgehend zu schließen, teilte der Flughafen mit. Parallel werde weiter an einer Lösung für die Strecken nach Hamburg und Berlin gefeilt. "Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass die Märkte da sind und auch bedient werden können."