Bislang ist der See nur vereinzelt übergeschwappt. Teile des Uferwegs zwischen Seemooser Horn und Fischbach zum Beispiel sind überflutet, der bei Spaziergängern beliebte Weg ist seit einer Woche gesperrt. Und der Brunnen am Antoniuseck in Friedrichshafen wurde abgeschaltet. Erst wenn der Seepegel auf etwa 4,10 Meter zurückgegangen ist, kann die Pumpe wieder eingebaut werden. Von diesem Wert ist der Bodensee inzwischen mehr als einen halben Meter weit entfernt.

Steiler als sonst geht es am Fähranleger zu. Aktuell ist nach Auskunft von Christopher Pape, Sprecher der Bodensee-Schiffsbetriebe jedoch noch viel Luft nach oben.
Steiler als sonst geht es am Fähranleger zu. Aktuell ist nach Auskunft von Christopher Pape, Sprecher der Bodensee-Schiffsbetriebe jedoch noch viel Luft nach oben. | Bild: Georg Wex
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„In Friedrichshafen ist die Lage derzeit unkritisch“, teilt Monika Blank, Sprecherin der Stadtverwaltung, am Montag auf Anfrage des SÜDKURIER mit. Ab einem Pegel von 5,20 Meter werden ihr zufolge die von Hochwasser gefährdeten Bereiche kontrolliert, etwa das Seewiesenesch und der Bereich Olgastraße in Richtung Schloss.

Bereits seit vergangener Woche ist der Uferweg zwischen Seemooser Horn und Manzell gesperrt.
Bereits seit vergangener Woche ist der Uferweg zwischen Seemooser Horn und Manzell gesperrt. | Bild: Andrea Fritz

In Immenstaad werden vorsorglich Sand und Sandsäcke bereitgelegt

So ganz ausschließen, dass der Bodenseepegel den Hochwassermeldepegel von 4,80 Metern erreichen könnte, wollte man es im Immenstaader Rathaus Ende vergangener Woche nicht. Beim Lager des Immenstaader Bauhofs im Herrenweiherweg wurden Sandsäcke sowie eine Lastwagenladung Sand für Bürger bereitgestellt. „Sollte wider Erwarten der Pegel weiter steigen, sind der Bauhof und die Feuerwehr vorbereitet und können innerhalb kurzer Zeit Sandsäcke füllen und den Seeanliegern für den Hochwasserschutz zur Verfügung stellen“, teilte die Gemeinde dazu auf ihrer Internetseite mit.

Die tieferen Etagen des Brunnens am Landesteg in Immenstaad sind überschwemmt und am Ufer der Seestraße ist nur noch wenig Kiesstrand zu sehen. Bedrohlich ist der Wasserstand bislang jedoch nicht.
Die tieferen Etagen des Brunnens am Landesteg in Immenstaad sind überschwemmt und am Ufer der Seestraße ist nur noch wenig Kiesstrand zu sehen. Bedrohlich ist der Wasserstand bislang jedoch nicht. | Bild: Gisela Keller
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Unwetterabend verläuft aus Sicht der Feuerwehr vergleichsweise harmlos

Tatsächlich ließen die Regenmassen, die das Unwetter am Samstagabend mit sich brachte, und die Zuflüsse am Sonntag den Pegel weiter ansteigen. Im Laufe des Sonntags näherte er sich der Marke von 4,80 Meter, stagnierte aber unterhalb. Für Schäden sorgten zumindest im östlichen Kreisgebiet aber in erster Linie die kräftigen Böen, die ebenfalls mit der Gewitterfront einhergingen. „Es war relativ harmlos“, berichtet der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Martin Stett. „Ab 21.24 Uhr gingen insgesamt sechs Alarmierungen ein.“ In allen Fällen sei es um Schäden an Bäumen gegangen, drei Bäume seien umgestürzt.

Das reicht schon fast für ein erfrischendes Fußbad: So nah am Wasser sitzt man auf den Bänken am Landesteg in Immenstaad selten.
Das reicht schon fast für ein erfrischendes Fußbad: So nah am Wasser sitzt man auf den Bänken am Landesteg in Immenstaad selten. | Bild: Gisela Keller

Ob nun vom See ausgehend oder direkt vom Himmel fallend: Für Fälle, in denen Wassermassen zur Gefahr werden, ist die Feuerwehr in Immenstaad seit Kurzem noch besser ausgestattet als bisher. „Den neuen Gerätewagen Transport haben wir vor wenigen Tagen in Görlitz abgeholt“, berichtet Martin Stett. Mehrere der 15 Rollcontainer, mit denen das neue Fahrzeug passend zum Bedarf beladen werden kann, sind für den Einsatz bei Unwettern bestückt. In drei Rollcontainern befinden sich nach Auskunft des Kommandanten je eine Wasserpumpe, Wassersauger, Wasserschieber, Verlängerungskabel und Schläuche zum Anschluss an die Wassersauger, zwei weitere Container enthalten zusätzlich zu dieser Ausrüstung Motorsägen. „Damit sind wir jetzt besser und flexibler auf Einsätze bei Unwetter und Hochwasser vorbereitet“, erklärt der Kommandant.

Die Gelege einiger Wasservögel haben den hohen Wasserstand nicht überstanden.
Die Gelege einiger Wasservögel haben den hohen Wasserstand nicht überstanden. | Bild: Gisela Keller

Tendenz: Fallend

Der Immenstaader Ortsbaumeister Ulrich Kohler will den Seepegel für alle Fälle gut im Blick behalten. Angesichts der getroffenen Vorkehrungen und der Prognosen für die kommenden Tage bleibt er aber gelassen: „Wir sind gerade bei 4,78 Meter, die Tendenz ist fallend“. In einer Woche könnten es nach Einschätzung der Hochwasservorhersagezentrale schon wieder weniger als viereinhalb Meter sein.

Ein Anblick mit Seltenheitswert: Das Klangschiff an der Häfler Uferpromenade, das sonst mitunter komplett im Trockenen steht, scheint tatsächlich zu schwimmen.
Ein Anblick mit Seltenheitswert: Das Klangschiff an der Häfler Uferpromenade, das sonst mitunter komplett im Trockenen steht, scheint tatsächlich zu schwimmen. | Bild: Georg Wex

Sollte die Lage aber doch noch kritisch werden, ist man auch in Friedrichshafen vorbereitet: „Grundsätzlich liegen bei uns 3000 gefüllte Sandsäcke bereit“, so Monika Blank. „Weitere 80 000 ungefüllte Sandsäcke sind vorrätig und können bei Bedarf befüllt werden.“

Momentan hat vor allem der östliche Teil des Bodensees mit Treibholz zu kämpfen wie hier in Wasserburg.
Momentan hat vor allem der östliche Teil des Bodensees mit Treibholz zu kämpfen wie hier in Wasserburg. | Bild: Reiner Jäckle

Treibholz am östlichen Ufer

Nach wie vor spülen die Flüsse in der Region viel Treibholz in den Bodensee. Vor allem im östlichen Teil des Sees, beispielsweise in der Bucht vor Wasserburg, hat sich in den vergangenen Tagen viel Holz gesammelt. Auch in Lindau und Bregenz werden große Treibholzmengen angespült.

In Bregenz hat der städtische Bauhof vergangene Woche damit begonnen, Material, das sich im Uferbereich angesammelt hat, aus dem See zu entfernen. Das Treibholz wird laut Mitteilung der Stadt im Innenhof der ehemaligen Landwirtschaft des Klosters Mehrerau zwischengelagert. Seit Freitag kann es dort von Bürgern zur Weiterverwendung abgeholt werden. Jede Menge Treibholz gebe es auch am Mehrerauer Seeufer. Dort kann man angeschwemmtes Material überall, wo entsprechende Zugänge zum See sind, selbst direkt vom Ufer mit nach Hause nehmen. „Damit ist Hobby-Holzern Tür und Tor geöffnet“, wird Bürgermeister Markus Linhart zitiert. (wie)

Informationen im Internet: www.bregenz.gv.at