Mit 750 Teilnehmern hatten die Organisatoren in Friedrichshafen gerechnet, 2000 sind gekommen. Eine Gruppe Wald- und Forstarbeiter trägt das Plakat „Unser Wald tut Dir gut“. „Das Bewusstsein für den Wert des Waldes ist zurückgegangen. Wir pflanzen Millionen von Bäumen und möchten, dass das gesehen wird“, sagt Försterin Britta Rösch.

Maria Lüttringhaus (links) aus Essen ist mit ihrer WG „Lüttringhaus all inclusive“ dabei.
Maria Lüttringhaus (links) aus Essen ist mit ihrer WG „Lüttringhaus all inclusive“ dabei. | Bild: Corinna Raupach

Ute Lüttringhaus aus Essen ist mit ihrer WG für Menschen mit Behinderung hier. „Unser Kampfruf ist: Wir sind nicht behindert, ihr seid behindert! Die Angst der Regierenden ist auch eine Form der Behinderung“, sagt sie.

Vom Franziskusplatz aus machten sich rund 2000 Teilnehmer der Klimademonstration in Friedrichshafen auf den Weg.
Vom Franziskusplatz aus machten sich rund 2000 Teilnehmer der Klimademonstration in Friedrichshafen auf den Weg. | Bild: Corinna Raupach

Um mit seiner Klasse angehender Kaufleute die Demo zu besuchen, hat Berufsschullehrer Markus Böhlen extra einen Antrag gestellt. „Das ist Unterricht in gelebter Demokratie“, sagt er. Seine Schüler finden das gut: „Ich bin zum ersten Mal auf einer Demo, ich bin gespannt“, sagt André Subka. Klassenkameradin Leoni Goldberg ergänzt: „Es ist wichtig, sich einzubringen. Wer nichts unternimmt, darf sich nachher nicht beschweren.“

Der Demonstrationszug kam unter anderem durch die Millionenschlucht.
Der Demonstrationszug kam unter anderem durch die Millionenschlucht. | Bild: Christina Bömelburg

Anna Christina Podiebrad ist froh, dass die Gemeinschaftsschule Graf Soden ihre Schüler freigestellt hat. „Ich will, dass unsere Welt schön bleibt und länger lebt“, sagt sie. Carla und Greta aus Friedrichshafen waren schon oft bei Fridays for Future. „Wir demonstrieren auch in den Ferien.

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Aber wenn wir nur an Samstagen demonstrieren würden, bekämen wir nicht so viel Aufmerksamkeit“, sagt Greta. Carla freut sich, dass so viele Menschen gekommen sind. Mit 82 Jahren gehört Uwe Lichtenau zu den älteren Teilnehmern. „Ich bin hier, um die Jugend zu verteidigen. Ich traue ihnen mehr Zukunft zu als uns Alten“, sagt er.

Transparent in Friedrichshafen.
Transparent in Friedrichshafen. | Bild: Corinna Raupach

Bei Passanten stoßen die Demonstranten meist auf Sympathie. „Ich finde das super. Die Jugend muss noch Jahrzehnte auf dieser Erde leben, wir können denen keinen Müllberg hinterlassen“, sagt Helga Maria Prinz.

Der 19-jährige Carol Roller ist einer der Organisatoren der Demonstration in Friedrichshafen.
Der 19-jährige Carol Roller ist einer der Organisatoren der Demonstration in Friedrichshafen. | Bild: Corinna Raupach

Thomas Widmann haben die jungen Leute nachdenklich gemacht. „Wir fragen uns schon, ob wir immer alles richtig gemacht haben, mit der Energie und dem Plastik zum Beispiel“, sagt er. Panja Schreyögg sagt, die Jungen müssten ihren eigenen Lebensstil überdenken.

Transparent in Friedrichshafen.
Transparent in Friedrichshafen. | Bild: Corinna Raupach

Auch Firmen wie Vaude, Followfood oder der Lehenhof demonstrieren mit. Das Klavierhaus Bayha aus Langenargen hat das Klavier für die Abschlusskundgebung gestellt. „Das ist eine tolle Sache, die unterstützen wir gern. Die Jungen wecken die Alten ein bisschen auf“, sagt Klavierbauer Christoph Bayha.

Bei der Abschlusskundgebung an der Musikmuschel gab es neben Reden auch Poetry Slam und ein Klavierkonzert.
Bei der Abschlusskundgebung an der Musikmuschel gab es neben Reden auch Poetry Slam und ein Klavierkonzert. | Bild: Corinna Raupach

Sein 14-jähriger Sohn Elias spielt nach den Reden der Kundgebung eine Klaviersonate von Mozart und Lieder aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Matthieu“. Begeisterter Beifall belohnt diesen ungewöhnlichen Abschluss einer ungewöhnlichen Demonstration.

Transparent in Friedrichshafen.
Transparent in Friedrichshafen. | Bild: Corinna Raupach
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