Oliver Straub aus Friedrichshafen gehört zur sogenannten Risikogruppe, also zu den Personen, die im Falle einer Infizierung mit dem Coronavirus vermutlich mit eher starken Symptomen zu kämpfen hätten. Gemeinsam mit weiteren Aktivisten fordert der Fotograf und Inklusionsbotschafter unter dem Hashtag #risikogruppe Solidarität.

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Initiiert wurde die öffentlichkeitswirksame Aktion, die inzwischen von Fernsehsendern und Magazinen aufgegriffen wurde, von Journalist Jan Kampmann. Mit dabei sind außer Oliver Straub auch der „Sozialhelden“-Gründer Raul Krauthausen aus Berlin, die Autorin Laura Gehlhaar sowie die Musikmanagerin Katharina Eichner.

Der Risikogruppe ein Gesicht geben

„Man hört viel von der Risikogruppe. Die meisten definieren sie als Menschen über 65. Viele vergessen, dass auch Menschen wie ich dazugehören“, sagt Straub. Es sei wichtig, der Risikogruppe ein Gesicht zu geben und Vernunft einzufordern.

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„Worauf wir keinen Bock haben, ist sterben“

„Hi, wir sind‘s, die Risikogruppe„, stellen sich die allesamt jungen Menschen mit Fotos, Namen und Berufen in den sozialen Medien vor. „Du hast gedacht, wir wären kettenrauchende Todkranke oder zumindest alt? Weit gefehlt. Keiner von uns ist Rentner und wir gehen genauso gerne wie du in Clubs, Bars und auf Konzerte. Worauf wir keinen Bock haben, ist sterben.“

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Beteiligte erhalten viele positive Rückmeldungen

Dass die Aktion so gut ankommt, habe sie selbst erstaunt. „Bereits nach zwei Stunden wurden wir von Reaktionen überrannt“, schildert Straub. Dabei gehe es keinesfalls darum, Panik zu schüren. Vielmehr solle die Aktion einfach nur dazu beitragen, dass sich die Menschen an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts halten: „Das Wichtigste ist jetzt, dass wir die Ansteckungskurve möglichst flach halten.“

Aktuelle Situation verunsichert

Oliver Straub wird in seinem Alltag wechselweise von fünf Assistenten unterstützt. Doch was, wenn einer von ihnen sich infiziert? Welche Maßnahmen dann ergriffen werden müssen, sei unklar. „Bleibt dann einer der fünf ganze zwei Wochen bei mir?“ Dass sich einer seiner Assistenten anstecke, sei statistisch gesehen sehr wahrscheinlich. „Wenn sich 70 Prozent anstecken, dann sind das drei meiner fünf Assistenten“, rechnet er die durchschnittlich angenommene Verbreitung vor.

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Oliver Straub erinnert an besonders gefährdete Menschen

Bei ihm persönlich könne es sein, dass eine Infektion harmlos verlaufe. Gleichzeitig erinnert er an Menschen mit Lungenvorerkrankungen oder ALS, einer fortschreitenden Erkrankung, die letztlich auch die Atmung betrifft. Für diese sei eine Ansteckung mit dem Coronavirus besonders gefährlich.