Die Ausstellungsstücke werden lebendig: Schnell gesellen sich neue Papierflieger von einer beliebten Bastelaktion für Kinder dazu.
Die Ausstellungsstücke werden lebendig: Schnell gesellen sich neue Papierflieger von einer beliebten Bastelaktion für Kinder dazu. | Bild: Lena Reiner

Den Samstag hat es den Fans von alten und besonderen Flugzeuge bei den Do-Days verregnet. Umso zahlreicher erschienen die Gäste aus der gesamten Republik und den Nachbarländern dafür am Sonntag.

Bei einem Rundflug – hier mit einer DO 27 – kann die Faszination Luftfahrt auch von Nichtpiloten hautnah erlebt werden.
Bei einem Rundflug – hier mit einer DO 27 – kann die Faszination Luftfahrt auch von Nichtpiloten hautnah erlebt werden. | Bild: Lena Reiner

Nur die matschige Wiese zwischen Rollfeld und Dornier-Museum erinnerte an den Regen. Bei bestem Wetter bummelten die Besucher zwischen den ausgestellten Maschinen oder wagten es gar, mitzufliegen. Die Rundflüge waren auch flugs ausgebucht.

Die Zaungäste sind ein alljährliches Phänomen: Ein beliebter Spot für Fotos von der Flugakrobatik liegt außerhalb des Museumsgeländes.
Die Zaungäste sind ein alljährliches Phänomen: Ein beliebter Spot für Fotos von der Flugakrobatik liegt außerhalb des Museumsgeländes. | Bild: Lena Reiner

Wer nicht mit in die Luft wollte, konnte auch am Boden der Faszination Luftfahrt nachgehen: ob im Museum oder als Zuschauer der Air-Shows. Guido Voss war einer der Luftakrobaten: „Heute war ideales Flugwetter: Sonne, klare Sicht, keine einzige Wolke. Gestern hingen die Wolken die meiste Zeit zu tief.“

Mit dem Blick für das „Nebenbei“

Anne Beutner kommt aus Bodnegg und interessiert sich auch für das Geschehen am Rande der Hauptacts.
Anne Beutner kommt aus Bodnegg und interessiert sich auch für das Geschehen am Rande der Hauptacts. | Bild: Lena Reiner

Anne Beutner fotografiert seit vier Jahren. „Davor habe ich eben geknipst“, erklärt sie. Spaß hat ihr das da auch schon gemacht. Allerdings waren es eben die „üblichen Motive“, beim Familienurlaub etwa. Heute ist sie zum ersten Mal bei den Do-Days und schaut ganz genau hin, um spannende Motive auszumachen. Einen Babyfuß hat sie etwa entdeckt, auf den ein Sonnenstrahl fiel. „Ich achte auch auf solche Dinge, nicht nur auf die Flugzeuge hier“, erläutert sie.

Video: Lena Reiner

An Letzteren interessieren sie Formen und Details, weniger die Technik. Generell sind ihre Motive vielfältig. Sie konzentriert sich dabei auf das, was in der Region um ihren Wohnort Bodnegg herumFlugzeuge sind sein Ding – auch privat stattfindet und nennt die Insel Mainau als weiteres Beispiel.

Flugzeuge sind genau sein Ding – auch privat

Manfred Poznanski steht hier zwar vor einem Flugzeug, das für Kinder aufgestellt wurde, er arbeitet im richtigen Leben aber mit echten Flugmaschinen.
Manfred Poznanski steht hier zwar vor einem Flugzeug, das für Kinder aufgestellt wurde, er arbeitet im richtigen Leben aber mit echten Flugmaschinen. | Bild: Lena Reiner

Manfred Poznanski umgibt sich auch in seiner Freizeit gerne mit Flugzeugen, obwohl er beruflich die ganze Woche mit ihnen zu tun hat. Früher hat er Luftfahrvideos gedreht, heute fotografiert er lieber: „Irgendwann hat man sonst so viele Stunden Material, dass man sie gar nie sichten kann.“ Der Frankfurter besucht das Dornier-Museum gerne. „Den Zeppelin sieht man sonst nirgends so“, begründet er. Eben habe er ihn beim Landen fotografiert: „Das ist schon besonders.“

Video: Lena Reiner

Für seine Leidenschaft bereist er die gesamte Welt und ist oft in den USA. „Als Airlinemitarbeiter reise ich eben auch günstig“, räumt er ein. So ist Friedrichshafen ein Tagestrip mit Freunden, den fußläufig erreichbaren Flughafen findet er besonders praktisch.

Immer nah dran und mit Liebe zum Detail

Michaela Schmidle legt Wert auf die kleinen Details und Nahaufnahmen.
Michaela Schmidle legt Wert auf die kleinen Details und Nahaufnahmen. | Bild: Lena Reiner

Michaela Schmidle fotografiert seit drei Jahren. Was sie fotografiert? „Eigentlich alles. Blümchen, was am Wasser stattfindet oder eben auch mal Technik.“ Bei den Do-Days begeistern sie besonders die Kleinigkeiten: „Wenn man so einen Flügel ganz genau anschaut, die Detailgenauigkeit ist schon faszinierend.“ So fotografiert sie auch mal eine Schraube ganz nah oder ein Muster an einem der Bauteile. Für spannend hält sie auch, dass zwei Menschen exakt dieselben Orte besuchen können und dabei völlig unterschiedliche Dinge wahrnehmen und mit der Kamera festhalten: „Man sieht nie dasselbe.“ Daher mag sie auch keine Tipps fürs Fotografieren geben. Für sie zählt da vor allem, den eigenen Weg zu finden und den eigenen Blick.

Mit Vorliebe für die Vogelperspektive

Ralph Stemmer kommt zwar ganz aus der Nähe M aus Ravensburg, hat es aber erst zwei Mal zu den Do-Days nach Friedrichshafen geschafft.
Ralph Stemmer kommt zwar ganz aus der Nähe M aus Ravensburg, hat es aber erst zwei Mal zu den Do-Days nach Friedrichshafen geschafft. | Bild: Lena Reiner

Ralph Stemmer ist Ravensburger und war trotzdem erst zwei Mal bei den Do-Days. „Die Zeit war einfach nie da.“ Fotografie begeistert ihn allerdings schon deutlich länger. Dabei ist alles rund um die Luftfahrt sein Lieblingsmotiv. Tatsächlich mag er dabei auch die Perspektive aus der Luft: „Vom Zeppelin aus oder vom Hubschrauber aus oder wenn man von Friedrichshafen wegfliegt.“ Außerdem verrät er: „Ich bin auch Drohnenpilot.“ Dabei fasziniere ihn einfach der Blick von oben, das Nicht-Alltägliche, das diese Perspektive in sich habe. Bei den Do-Days hat er es leider nicht geschafft, einen der begehrten Plätze bei einem der Rundflüge zu ergattern: „Ich wäre schon gern mitgeflogen. Das ist schon faszinierend.“