Kaum waren am Montag die Grußworte des BUND-Vorstandsvorsitzenden Thorsten Philipp, die von Reinhard Friedel, Amtsleiter Bildung, Familie und Sport, sowie die launigen Worte von Werkstattsprecher Günter Wolff verklungen, ging es im frisch eröffneten Reparatur-Café "Haus Sonnenuhr" gleich tatkräftig zur Sache.

Radios, Bartschneider, alte Tonbandgeräte, Kaffeemaschinen, Wecker und vieles mehr hatten die Wartenden mitgebracht – alles defekt. Brigitte Wallkamp war für die Reparaturannahme zuständig. Sie war es auch, die die BUND-Idee für ein Reparatur-Café in Friedrichshafen mit viel Einsatz und Elan vorangebracht hat. Sie stimmt Thorsten Philipp zu, wenn dieser sagt, Reparatur-Cafés seien gelebter praktischer Umweltschutz und gleichzeitig ein Raum für Kreativität.

Die Stadt und die Seniorenbeauftragte Judith Knacke haben sich wegen der zusätzlichen sozialen Komponente auf die Seniorenbegegnungsstätte als Standort geeinigt und das elfköpfige Werkstatt-Team um Günter Wolff und Franz Butscher haben bei Firmen im Stadtgebiet Geld-, Material- und Werkzeugspenden eingesammelt. Zu den "Geburtshelfern" des Projekts zählt auch Karl Werkmeister vom Reparatur-Café in Markdorf. Er brachte zum Einstand einen "Geräteöffner" für verschweißte Elektrogeräte mit – ein unentbehrliches Hilfsmittel, wie er aus Erfahrung weiß.

Repariert wird im Haus Sonnenuhr künftig alles, was man unterm Arm tragen kann, elektronisch oder mechanisch und immer gerne gemeinsam mit dem Besitzer. Aus Platzmangel können keine Fahrradreparaturen vorgenommen werden und für Fotoapparate fehlt derzeit noch der ehrenamtliche Fachmann. Bis auf das Material sind alle Reparaturen kostenlos, wobei sich der BUND natürlich über Spenden freut. Auch Werkzeugspenden sind weiterhin willkommen. Geöffnet ist das Reparatur-Café im Friedrichshafener Seniorentreff "Haus Sonnenuhr" künftig an jedem ersten Montag im Monat.