Weihnachten ohne Weihnachtsbaum? Das kommt für die meisten Haushalte nicht infrage. Der Vorstand des Bundes der Weihnachtsbaumerzeuger rechnet dieses Jahr in Deutschland mit dem Verkauf von 27 Millionen Bäumen. Am liebsten werden Bäume aus der Region gekauft. Die haben trotz des Super-Sommers mit kaum Regen offensichtlich nur wenig gelitten, wie zwei Erzeuger erzählen.

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Schafe schützen die jungen Bäume

Einer von ihnen ist Anton Rauber, Bio-Landwirt aus Immenstaad. Er verzichtet beim Anbau seiner Bäume komplett auf Pflanzenschutzmittel, wie er erzählt. Für viele Verbraucher ist das neben der Regionalität mittlerweile ein wichtiges Kaufkriterium. Im vergangenen Jahr hatte der BUND bei einer stichprobenhaften Untersuchung in den Nadeln von 13 der insgesamt 17 untersuchten Bäumen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Dass die Pestizide in geschlossenen und beheizten Räumen in die Raumluft ausdünsten und gesundheitliche Auswirkungen haben, könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es damals. Ob es solche Ausdünstugen tatsächlich gibt, wurde allerdings nicht untersucht. Anton Rauber setzt bei seinen Bäumen auf vierbeinige Helfer: In seiner Anlage hält eine kleine Herde von Shropeshire-Schafen das Gras kurz. Diese besondere Rasse aus England findet wenig Geschmack an den Nadeln. „95 Prozent der Bäume lassen sie in Ruhe“, sagt Rauber. „Damit kann ich leben“.

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Sommer setzt Tieren mehr zu als Bäumen

Der Super-Sommer und die langanhaltende Trockenheit haben seinen Bäumen nicht viel ausgemacht, erzählt Rauber. Den Schafen habe der heiße Sommer mehr zugesetzt: Weil das Gras schlecht wuchs, habe er zufüttern müssen. Rauber sagt, er denke darüber nach, künftig auch Hühner in seiner Weihnachtsbaumanlage zu halten – ein Kollege habe damit auch sehr gute Erfahrungen gemacht.

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Gezielte Schädlingsbekämpfung

Man muss nicht auf Pflanzenschutzmittel verzichten, um gesundheitlich unbedenkliche Christbäume anzubauen, sagt einer, der in der Region seine Bäume ab Hof verkauft. Er äußert sich offen zu dem Thema, möchte namentlich aber trotzdem nicht genannt werden – aus Sorge um sein Geschäft. Die meisten seiner Bäume seien beim Verkauf zwischen sechs und zwölf Jahre alt, erklärt er. In den ersten zwei, drei Jahren, wenn die kleinen Bäumchen mit dem Gras um Licht und Wasser konkurrieren, spritze er in kleinem Kreis ein Unkrautvernichtungsmittel. Später sei das nicht mehr nötig. Manchmal werden einzelne Bäume von Blattläusen befallen. Dann gehe er gezielt gegen die Schädlinge vor. Er setze ein hoch selektives Spritzmittel ein, das weder anderen Insekten noch Tieren oder Menschen schade. „Das Mittel ist teuer, schon deshalb gehe ich sehr sparsam damit um." Von befreundeten Kollegen wisse er, dass sie es ähnlich machen. „Wir produzieren aber auch nur so viel, wie wir direkt verkaufen können." Er könne nicht sagen, wie das jemand macht, der auf mehreren 100 Hektar Bäume produziert. Deshalb empfiehlt er, dort zu kaufen, wo man den Erzeuger selbst fragen kann.

Junge Bäume mussten bewässert werden

Der Hitzesommer sei kaum ein Problem gewesen, sagt er. Die größeren Bäume holen sich dank tiefer Wurzeln Wasser aus dem Erdreich. "Nur die jungen Bäume mussten bewässert werden."