Kilometerlange Staus, vor allem in den Morgen- und den Abendstunden, gehörten in diesem Jahr zur Fahrrad-Messe Eurobike. Solche Staus gab es auch in den Vorjahren. In diesem Jahr verschärfte sich die Lage durch das schlechte Wetter und Baustellen auf den Zufahrtsstraßen. Grundsätzlich würden die Verantwortlichen der Messe und der Stadt großen Wert darauf legen, die Ursachen für die Staus zu minimieren, um größere Staus erst gar nicht entstehen zu lassen. Dazu gehöre "unter anderem die Optimierung der Parkplatz-Situation bei schlechtem Wetter", wie es in einer Stellungnahme der Stadt auf Anfrage des SÜDKURIER heißt. Erschwert wurde die Situation während der Eurobike auch dadurch, dass die bestehende Busspur vom Mühlöschkreisel bis zur Messe nicht genutzt werden konnte. Diese ist nach den Angaben der Stadt derzeit im Bereich Abfahrt Messestraße in die Allmannsweiler Straße durch private Bauarbeiten auf einem Privatgrundstück nicht nutzbar. Obendrein konnte die Ehlersstraße nicht, wie von der Stadt ursprünglich geplant, während der Messe provisorisch zweispurig aufgemacht werden. Wegen der Baustelle in dieser Straße war hier die Fahrt Richtung Messe nur einspurig möglich.

"Die Stadt Friedrichshafen, das Landratsamt, die Polizei und die Messe stimmen sich regelmäßig ab, um die verkehrlichen Herausforderungen, wie Baustellen, Reiseverkehr, Messebesonderheiten etc. zu bewältigen. Grundsätzlich stehen am Messegelände mehr als 6000 Parkplätze zur Verfügung. Wenn erkennbar ist, dass die Kapazitäten der Parkplätze am Gelände nahezu ausgeschöpft sind, werden die Beschilderungen verändert, die Messestraße gesperrt und der Besucherverkehr auf die Park&Ride-Plätze weitergeleitet. In diesem Jahr wurde die Situation aufgrund des regnerischen Wetters verschärft, da rund 2000 Wiesen-Parkplätze nicht mehr befahrbar und nutzbar waren. Eine Vielzahl von Messebesuchern folgte nicht der Park-&Ride-Beschilderung, sondern versuchte trotz des Verbots der Durchfahrt und Hinweisen, dass die Messeparkplätze belegt sind, zum Messegelände durchzufahren. Dadurch kam es zu zahlreichen Diskussionen mit den Kraftfahrern und zu Rückstaus vor Ort", heißt es in der Stellungnahme. Die Frage, warum bei Stau auf der direkten Messe-Zufahrt in Höhe von Allmannsweiler nicht eine Spur der Gegenfahrbahn aufgemacht werden könne, beantwortet die Stadt mit dem Hinweis, dass eine Öffnung der Spur in Gegenrichtung die Situation nicht verbessern würde.

Nicht nur die Autofahrer standen auf dem Weg zur Eurobike im Stau, auch die Busse kamen nicht durch. SÜDKURIER-Leser berichteten, dass manche Fahrer von Bussen der Bahntochter Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) Fahrgäste weit vor dem Messegelände rausließen, damit diese zu Fuß gehen konnten, um die Eurobike überhaupt – und vor allem schneller – erreichen zu können. "Auf unsere Nachfrage wurde uns von der RAB bestätigt, dass teilweise Fahrgäste vorzeitig ausgestiegen sind. Aber auch viele Fahrer von Privatautos haben ihre Mitfahrer aussteigen lassen, während sich die Fahrer einen Parkplatz suchten", heißt es in der städtischen Stellungnahme auf unsere Anfrage zu den Staus während der Eurobike.