Feueralarm auf dem Bodensee: Um 18.15 Uhr rückte am Sonntagabend die Feuerwehr Friedrichshafen nach einem Notruf von der MS Lindau aus. Grund war Rauch im Motorraum der Ausflugsdampfers, der sich zu diesem Zeitpunkt auf Höhe des Graf-Zeppelin-Hauses in Friedrichshafen befand.

"Es gab keinen Brand und keine Gefahr für die Passagiere", erklärt Josef Siebler, Sprecher der Bodenseeschiffsbetriebe (BSB). Ursache war ein technischer Defekt. Eine Lötstelle an der Kraftstoffleitung hatte sich gelöst, weshalb die Steuerbordmaschine abgestellt werden musste. Eigentlich ein Bagatellschaden, das Verschleißteil koste nur etwa sieben Euro, so Siebler. Daraufhin wurde der Antrieb auf den zweiten Motor umgestellt, ohne allerdings auch die Kühlung umzustellen. Dadurch sei der zweite Motor überhitzt. Austretender Wasserdampf habe die Lackierung an diversen Teilen gelöst, wodurch ein ätzend riechender Nebel entstand.

Verletzt wurde niemand

Durch den Motorschaden war die MS Lindau, die nach Polizeiangaben auf der Überfahrt von Immenstaad nach Friedrichshafen war, manövrierunfähig. Die MS Schwaben drehte bei und nahm die 13 Passagiere samt Besatzung an Bord und brachte sie umgehend an Land, teilte die Stadtverwaltung Friedrichshafen mit. Hier hatte die Feuerwehr Container aufgestellt, um die Fahrgäste und BSB-Mitarbeiter untersuchen zu können. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.

Anschließend lief die MS Schwaben wieder aus und schleppte die MS Lindau in den BSB-Hafen. Hier durchsuchten zwei Trupps von Feuerwehrkräften mit Atemschutz den Motorraum nach Feuer, konnten aber keinen Brandherd entdecken. Die Feuerwehr Friedrichshafen war mit 30 Einsatzkräften, mehreren Fahrzeugen und zwei Booten im Einsatz. Unterstützt wurden sie von rund 30 Mitgliedern der DLRG, der Johanniter-Unfallhilfe und des DRK.