Sybille Bullatschek ist eine lebensfrohe Altenpflegerin, die immer verrückte Ideen im Kopf hat. Sie arbeitet im Altenheim „Sonnenuntergang“ in Pleidelsheim. Sie hat ein großes Herz für Senioren und hat deshalb eine Mission: Die „Pfläge“ wieder attraktiv machen. „Keiner will in die Pflege, es ist einfach nicht attraktiv“, klagt sie im schwäbischen Akzent dem Publikum im Kulturbahnhof Fischbach. „Musst' am Wochenende schaffen, machst dein Rücken kaputt, bezahlt wirst du solala und das größte Problem ist: gesellschaftliche Anerkennung gleich null!“

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, hatte das Seniorenheim „Sonnenuntergang“ die Idee, Schülerpraktikantinnen einzustellen, allerdings ohne Erfolg. Die eine wechselte sofort zum Friseur, die andere hat schon nach zwei Tagen Burnout bekommen. Was also tun? Die nach eigenen Angaben 30-jährige Pflegerin, die auch auf Männersuche ist, sieht nur eine Lösung: Hypnose mit einem Pflegependel. „Ich werde jetzt jemanden in die Pflege hypnotisieren dank des Pflegependels“, ist Bullatschek überzeugt. Erst versucht sie das gesamte Publikum zu hypnotisieren, sieht aber dann ein, dass Massenhypnose noch eine Nummer zu groß für sie ist. Das sei auch schließlich eine Königsdisziplin – also beginnt sie mit Einzelhypnose.

Die erste Kandidatin namens Sandra, eine Journalistin im Publikum, soll dann dank der Hypnose von Bullatschek freiwillig zur Pflege wechseln wollen. „Sandra, du willst etwas mit Menschen zu tun haben und nicht nur Artikel schreiben. Du möchtest in die Pfläge“, redet Bullatschek auf sie ein, während sie vor ihr mit dem Pflegependel schwingt. „Sandra, du möchtest Altenpflegerin sein. Denk an die Senioren, an Nachtdienst, jeden Tag früh aufstehen!“ Und es funktioniert. Nach der Hypnose beantwortet die Ex-Journalistin die Frage nach ihrem Beruf: „Ich bin Altenpflegerin!“

Derweil hat außerdem in Pleidelsheim ein privates Luxusseniorenheim „Seniorpalast“ aufgemacht, das „Pflege auf dem höchsten Niveau“ verspricht. Konkurrenz passt dem Seniorenheim „Sonnenuntergang“ aber gar nicht, deshalb wurde gemeinsam mit den Senioren gegen die Eröffnung protestiert. Allerdings ohne Erfolg. „Gegen Geld hast du keine Chance“, ist Bullatscheks Devise. „Die haben sogar Badezimmer aus Marmor. Das kenn' ich nur vom Kuchen!“, ätzt sie verächtlich über die Konkurrenz. Bullatscheks füllt den Abend im Fischbacher Bahnhof mit vielen weiteren abstrusen Geschichten aus dem Altenheim.

„Sie ist originell, wir haben uns sehr amüsiert“, sagt Familie Jäger aus Horgenzell nach der Show. „Das Publikum wird mit einbezogen. Bullatschek bringt außerdem die Geschichten authentisch rüber, so, als wäre sie selbst in der Pflege gewesen. Dazu behandelt sie ein aktuelles Thema.“ „Wir brauchen Pflegekräfte und es ist ein Beruf, der wirklich Spaß macht und es wird oft sehr schlecht dargestellt. Es gibt einem aber sehr viel und man tut etwas Gutes für die Gesellschaft und es ist gut für das Herz. Kommt in die Pflege!“, fordert Bullatschek das Publikum auf.

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